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Pfarre Furth
1. Lesung – Weish 1, 13-15. 2, 23f: Gott hat alles zum Leben

erschaffen. Der Tod hat keine Macht auf der Erde: die

Gerechtigkeit ist unsterblich. Aber durch den Neid des Teufels kam

der Tod in die Welt: ihn erfahren alle, die dem Teufel angehören.

2. Lesung – 2 Kor 8, 7-15: Es geht um Spenden. Paulus bittet für

Jerusalem und das Hl. Land, das durch eine Hungersnot in eine

Notlage gekommen war, um Spenden. Als Vorbild dient ihm Jesus:

Er, der reich war, wurde für uns arm, um uns durch seine Armut

reich zu machen! Sie sollen dadurch nicht in Not geraten, aber ein

Ausgleich soll hergestellt werden. Er führt dann noch ein

Schriftzitat an im Bezug auf das Sammeln des Manna, beim Zug

der Israeliten durch die Wüste: Sie durften pro Person ein Gomer

sammeln. Einige sammelten viel, andere wenig. Aber es reichte

für jeden: wer viel sammelte, hatte nicht zuviel und wer wenig

sammelte hatte nicht zu wenig. So wird auch unsere Gabe reichen,

bzw. auch wir werden nicht zu wenig haben, wenn wir spenden.

Evangelium – Mk 5, 21-43: Jesus fährt mit seinen Jüngern von

Gerasa wieder zurück ans andere Ufer des Sees von Galiläa, wohl

nach Kafarnaum. Dort heilt er eine blutflüssige Frau von ihrem

Leiden. Er fragt, weil sie ihn in der Menge von hinten berührte,

wer ihn berührt habe? Da kommt die Frau und sagt ihm die

ganze Wahrheit. Und Jesus sagt zu ihr: Meine Tochter, dein

Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!

Und er ging mit dem Synagogenvorstehers Jairus zu dessen

kranker Tochter. Da kamen Leute aus dem Haus des

Synagogenvorstehers und meldeten diesem, dass seine Tochter

gestorben ist. Er solle den Meister nicht länger bemühen. Aber

Jesus sagt zu ihm: Glaube nur. Mit Petrus, Johannes und Jakobus

ging er in das Haus des Synagogenvorstehers. Jesus sagte zu den

Klageweibern: Warum schreit ihr so? Das Kind ist nicht gestorben,

es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus.

Er ging zu dem Kind, fasste es an der Hand und sagte: Talita kum!

Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das Mädchen auf und

ging umher. Es war 12 Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor

Entsetzen. Er aber schärfte ihnen ein: Niemand dürfe davon

erfahren. Und er sagte: Man soll dem Mädchen etwas zu essen

geben.

Predigt:

Es ist ein schöner Text, ein schönes Evangelium: Heilung und

Totenerweckung. Wie oft hätten wir gern so einen Messias, so einen

Heiler? Über einen solchen Jesus ist es leicht zu predigen.

Jeder hat eine besondere Geschichte. Jesus kommt es auf diesen

konkreten Menschen an und seine Gottesbeziehung, seinen/ihren

Glauben.

Er könnte das mit der Frau auf sich beruhen lassen, aber er möchte

wohl von ihr eine Offenbarung, eine Bekundung ihrer Situation,

ihres Glaubens: Zumindest lobt er dann ihren Glauben und meint:

dieser Glaube hat ihr geholfen. Dieser Glaube ist der Schlüssel, dass

ich überhaupt zu Jesus komme und ihn um etwas bitte, dass ich in

eine Beziehung zu ihm komme. Und die Offenbarung ihrer Situation,

die Offenlegung des Herzens schafft innigste Beziehung und Heilung

des Herzens. Um das geht es Jesus. In diesem Glauben der Frau ist

auch ein Glaube an seine Macht, seine unbegrenzte Macht, auch

wenn sie theologisch nicht wirklich weiß, wissen kann, wer dieser

Jesus ist. Es genügt zu wissen: Alles ist ihm möglich. Das genügt.

Sie kann ihm alles bringen, all ihre Not, alle Not von uns und unseren

Mitmenschen. Bei ihm ist alles gut aufgehoben.

Auch der Synagogenvorsteher ist in seinem Glauben herausgefordert,

durch seine Hausgemeinschaft, durch Jesus. Tot ist tot. Heilung aus

Krankheit, ja das können wir annehmen. Aber darüber hinaus gibt es

für uns nichts. Nicht so für Jesus. Jesus sagt zum Synagogenvorsteher:

Glaube nur. Sei ohne Furcht. Wir könnten auch sagen: verzweifle nicht

an Gott oder an den Menschen. Hab Vertrauen. Vor allem,

wenn ich da bin.

Und ganz unspektakulär, ohne große Show, ja er schickt sogar alle

hinaus, bis auf die Eltern und die 3 Jünger, geht er zum Mädchen: er

befiehlt ihr, aufzustehen. Es folgt noch ein Schweigegebot, vermutlich,

um nicht den Hass der Pharisäer, der geistlichen Obrigkeit anzuheizen,

vielleicht auch um die Familie nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Und

eine Aufforderung, dem Kind etwas zu essen zu geben. Vor lauter

außer sich sein, vergißt man manchmal das Naheliegende, das jetzt

Nötige.

Mit den Totenerweckungen wird in den Evangelien die Macht Gottes

über den Tod offenbar. Aber es soll nicht davon gesprochen werden,

bis die Macht des Todes endgültig mit der Auferstehung Jesu

gebrochen ist. Das ist eine theologische Erklärung des Geschehens,

aus dem Gesamtzusammenhang heraus.

Wichtig an der Stelle ist, dass Jesus für die Not der Menschen offen

ist, er ist da, er hilft. Und auch wenn es nicht immer so spektakulär

ist und alle Not beseitigt wird: Er ist auch jetzt da und hilft, hilft uns,

das Schwere durchzutragen. Amen.