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Pfarre Furth

1.Lesung – Ez 17, 22-24: Die Lesung spricht zu den Verbannten Israels

in Babylon. Babylon hat die Herrschaft, Israel hat keine Zukunft. Was

ist mit der großen Messiasverheißung und der Gelobten Land

Verheißung? Aber Gott wird seinem Volk eine neue Zukunft eröffnen:

er macht den hohen Baum niedrig und den niedrigen hoch: Ich bin

der Herr. Ich führe es aus.

2. Lesung 2 Kor 5, 6-10: Wir sind immer zuversichtlich, weil der Glaube

uns diese Zuversicht gibt, auch wenn wir gleichsam in der Fremde

leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind: Da gehen wir unseren

Weg als Glaubende. Wir suchen unsere Ehre darin, Gott zu gefallen.

Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden,

damit wir unseren Lohn empfangen.

Evangelium – Mk 4, 26-34: Es sind 2 Gleichniss vom Reich Gottes:

Ein Mann sät Samen auf seinen Acker. Das Korn treibt und wächst zu

einem Halm. Es reift und wird geerntet. Der Mann weiß nicht wie das

Wachsen geht, aber wenn die Ernte da ist, legt er die Sichel an. Das 2.

Gleichnis handelt vom kleinsten Samenkorn, dem Senfkorn, das, in

die Erde gesät, größer als alle anderen Gewächse wird und in dessen

großen Zweigen die Vögel des Himmels nisten können. Mit

Gleichnissen verkündete Jesus ihnen das Wort. Den Jüngern erklärte

er alles, wenn sie allein waren.

Predigt:

Es sind 2 Gleichnisse aus der Landwirtschaft, der Natur.

Zur Zeit Jesu waren die Menschen selbstverständlich in den

Naturprozess eingebunden: er machte ihren Alltag, ihr Leben aus, war

die Lebensgrundlage. Das ist sie heute auch noch, aber wir holen uns

alles nur mehr aus dem Supermarkt, vielleicht noch bei einem

Direktvermarkter, sonst sind zwischen Käufer und Produzent viele

dazwischen geschaltet. Und selbst der Produzent ist mit den

Maschinen oft weit weg von den Pflanzen und Tieren. Nur bei dem,

was im eigenen Garten wächst, gibt es noch den direkten Zugang zur

Pflanze, zur Erde, zum Geschehen in der Natur.

Die Saat wächst von selbst. Man kann sie nicht ziehen, schon gar nicht

in die Reife: das muss von selbst gehen. Es ist alles in sie hineingelegt.

Man braucht es nur geschehen lassen. Klar kann man gießen, wenn es

nicht regnet, Unkraut jäten, auflockern und düngen. Aber dann sind

wir mit unserem Tun am Ende. Wir können Fördern und Schützen.

Aber wachsen muss es selbst.

Für das Gleichnis bedeutet das: das Himmelreich ist in uns

hineingelegt: die Sehnsucht nach Gott, nach Frieden. Es bedarf

manchmal nur eines Anstoßes. Dann geht alles von selbst. Ja

welcher Anstoß wäre heute nötig? Das frage ich mich manchmal.

Aber vielleicht ist das der falsche Ansatz. Vielleicht ist das schon zu

viel im Machen, im Selbermachen wollen. Vielleicht ist das

Wichtigste wirklich unser Lebenszeugnis, dass wir nicht

verschweigen, was uns hält und trägt und die Kraft gibt und die

Orientierung dafür, wie wir unser Leben meistern. Letztlich wird

wohl nur die tatsächlich erwiesene Liebe die Herzen bewegen.

Das andere Gleichnis handelt vom kleinsten Samenkorn, das zum

größten Baum wird und den Vögeln Lebensraum und Schutz

bietet. Ich habe dieses Gleichnis sehr gern. Das kleinste,

unscheinbarste Korn wir zu einem großen Baum, der anderen

Lebensraum gibt. So ähnlich ist es, wenn Gott in uns wohnen darf,

wenn wir ihm Raum geben in unserem Herzen. Dann macht Gott

uns groß und lässt uns für andere zum Zuhause werden, wo sie in

dieser Welt Geborgenheit finden und dadurch die Kraft, ihr

Leben zu meistern. Keine Sorge, es ist immer genug zu ertragen

und zu glauben. Wir sind noch nicht im Zustand des Schauens.

Aber in diesem Wunder der Heimat, so würde ich das nennen,

wird etwas vom Reich Gottes spürbar. Schön, wo es geschenkt

ist. Amen.