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Pfarre Furth
1. Lesung - Gen 3, 9-15: Es geht um den Sündenfall und seine Folgen:

Adam versteckt sich, als er Gott kommen hört. Die Schuld trennt von

Gott, vom Mitmenschen. Und er schiebt die Schuld auf Eva ab, diese

auf die Schlange, letztlich auf Gott! Gott antwortet darauf als erstes mit

dem Protoevangelium – dem 1. Evangelium, der ersten grundlegenden

Frohbotschaft: Feindschaft ist zwischen der Schlange und der Frau.

Er verkündet damit den endgültigen Sieg über die Schlange, das Böse.

2. Lesung - 2 Kor 4,13-5,1: Wir glauben, darum reden wir: dass der, der

Jesus auferweckt hat, auch uns auferwecken wird. Alles tun wir

euretwegen, damit immer mehr Menschen den Dank vervielfachen,

Gott zur Ehre. Er bereitet uns eine Wohnung bei sich im Himmel, ein

nicht von Menschenhand errichtetes Zuhause, ein ewiges Zuhause.

Evangelium – Mk 3, 20-35: Jesus findet so viel Zulauf, dass sie nicht

einmal mehr Zeit zum Essen haben. Da wollen seine Verwandten ihn

herausholen. Die Pharisäer streuen aus Neid den Verdacht aus, dass

er seine Zeichen und Wunder nur mit Hilfe von Beelzebul vollbringt.

Jesus belehrt sie in aller Güte: Wenn der Satan mit sich selbst im Streit

liegt, ist es um ihn geschehen. Wenn aber der Gegner Satans am Werk

ist, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen (Ein Satz aus

der Parallelstelle des Mt-Evangeliums). Weiter sagt er: alle Vergehen

werden vergeben. Wer aber den Hl. Geist lästert, der findet in Ewigkeit

keine Vergebung. Sie hatten ihm nämlich vorgeworfen: er ist von

einem unreinen Geist besessen. (Ich lege das so aus, wenn sie wieder

besseres Wissen sich für das Böse entscheiden, obwohl offensichtlich

ist, dass Gott am Werk ist, und Jesus unterstellen, dass er mit dem

Bösen im Bund ist, obwohl sie es wissen sollten, dann wollen sie nicht

den Weg Gottes gehen, entscheiden sie sich gegen Gott.) Dann kamen

seine Verwandten und seine Mutter und ließen ihn herausrufen: Sie

wollten ihn mit Gewalt zurückholen, weil sie sagten, er ist von Sinnen.

Jesus aber schaute seine Zuhörer an und fragte: Wer ist meine Mutter,

wer sind meine Brüder? Die, die den Willen Gottes tun, sind meine

Brüder, Schwestern, meine Mutter.  

Predigt:

In der Auseinandersetzung mit den Pharisäern geht es darum, sind sie

bereit, den Willen Gottes anzunehmen, auch wenn es ihnen nicht in ihr

Konzept passt, in ihr Gottesbild, in ihre Vorstellung vom Messias?

Genauso ist es auch mit der vermeintlichen Not Jesu in den Augen

seiner Verwandten. Sie wollen ihn mit Gewalt dort herausholen. So

muss er ja zugrunde gehen. Aber auch da ist die Frage, geht es mir nur

um mein vermeintlich gefährdetes Überleben, auch wenn es ein

geliebter naher Verwandter ist, oder steht das Bedürfnis der Menschen

nach Aussprache, nach Wegweisung, nach Trost, nach Hilfe im

Vordergrund. Normalerweise lässt sich das alles gut verbinden. Aber

das geht nicht immer. Kann ich in der Not der Menschen den Willen

Gottes erkennen, für sie da sein, oder passt mir das nicht in mein

Konzept und wende ich mich ab? Jesus gibt uns mit der Goldenen

Regel einen guten Kompass in solchen Fragen: Den anderen lieben wie

sich selbst. Wenn es mir so erginge wie diesem da, was würde ich mir

vom anderen wünschen, dass er tut?

Für Jesus ist der Wille Gottes zentral. Er steht über allem anderen. Er

lässt sich diesbezüglich von niemand beeindrucken, nicht von den

Größen seiner Zeit, noch von seiner Familie, mit der er doch so

verbunden ist und die es doch so gut mit ihm meinen. Sie wollen ihm

ja nichts Böses. Jetzt geht er unbeirrt seinen Weg. Er tritt den

geistlichen Würdenträgern offen, ohne Angst entgegen, hinterfragt

ihre Vorwürfe und gibt ihnen eine Entscheidungsgrundlage mit einer

klaren Konsequenz. Wenn sie sich wieder besseres Wissen gegen Gott

entscheiden, gibt es für sie keine Vergebung, kein Heil. Das ist dann

ein Handeln gegen den Hl. Geist.

Zu der Stelle mit den Verwandten möchte ich noch eine

Differenzierung anmerken. Jesus sagt zu seinen Zuhörern: Wer den

Willen Gottes tut, ist mir Bruder und Schwester und Mutter.

Er sagt das nicht zu seiner Mutter. Er sagt damit nicht, dass sie gegen

den Willen Gottes handelt. Sie handelt aus mütterlicher Sorge um

ihren Sohn. Aber sie weiß wohl, dass er weiß, was er tut. Sie weiß wohl,

dass man nicht gleich stirbt, wenn man nicht ständig isst. Wir alle

wissen, dass so manche ausgelassene Mahlzeit gesund wäre, gut tun

würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Das ist für Jesus

zweitrangig. Für ihn ist die Frage auf die es ankommt: Schaust du,

schaue ich, wirklich auf Gott, oder nur auf mich, meine Ängste, meine

Ziele, meine Wünsche. Die Gesundheit allein wird uns nicht retten.

Sie wird uns ein paar Jahre in Kraft und Selbstbestimmtheit schenken,

aber nicht das Leben, das Leben, das von Gott kommt und das wir in

der Hingabe an ihn, an seinen Willen finden. Das Wichtigste ist nicht

Gesundheit, sondern im Willen Gottes, auf ihn schauen und auf ihn

vertrauen. Alles andere wird uns dazugegeben und vor allem die Fülle

des Lebens. Amen.