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Pfarre Furth

1.Lesung – Dtn 4, 32-40: Wo ist ein Gott, der seinem Volk so nahe ist,

wie Jahwe? Hat man je von solchen Zeichen und Wundern gehört, wie

beim Auszug aus Ägypten? Heute nimm dir zu Herzen: Jahwe ist der Gott

im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst. Achte auf seine

Gesetze, damit es dir und deinen Nachkommen gut geht im Land der

Verheißung.

2. Lesung – Röm 8, 14-17
: Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu

Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater. Wir brauchen

uns nicht fürchten vor ihm. Wir sind seine Kinder und seine Erben,

Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht

zu werden.

Evangelium – Mt, 28-16-20: Es sind die letzten Verse des Matthäus-

Evangeliums. Jesus gibt seinen Jüngern den Missionsauftrag, bevor er

sie verlässt und zum Vater geht. Mir ist alle Macht gegeben, im Himmel

und auf der Erde. Geht zu allen Völkern, macht sie zu meinen Jüngern,

tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes.

Und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid

gewiss: ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Predigt:

Wegen dem Taufauftrag: Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes

und des Hl. Geistes!, wurde diese Stelle für das heutige Dreifaltigkeitsfest

ausgewählt. Darin ist von Vater, Sohn und Hl. Geist die Rede, auf die der

Täufling getauft wird. Er bekommt bei der Taufe nicht einen Namen, den

hat er schon. Der Täufling wird eigentlich in Gott eingefügt, würde ich das

Geschehen der Taufe beschreiben. Die Entscheidung, zu Gott gehören zu

wollen, zu diesem Gott, mit seinem Heilsplan, und die Hereinnahme des

Täuflings in dieses dreifaltige Geschehen – dreifaltige Leben in Gott, ist für

mich das Wesentliche der Taufe: es ist eine Lebensgemeinschaft,

vergleichbar einer Ehe.

Das kommt für mich in der Erfahrung des Paulus bei seiner Bekehrung zum

Ausdruck: Jesus erscheint ihm auf dem Weg nach Damaskus und fragt ihn:

Saul, Saul warum verfolgst du mich? Jesus identifiziert sich an dieser Stelle

mit allen seinen Jüngern. Diese Erfahrung der inneren Einheit Jesu mit den

Seinen brachte Paulus dazu von der Kirche als Leib Christi zu sprechen und

um ein entsprechendes Miteinander zu werben. Das Wort Jesu: alles, was

ihr einem meiner geringsten Brüder tut oder nicht tut, das tut ihr auch mir,

oder eben nicht!, ist wörtlich zu nehmen.

Und noch einen Beleg möchte ich anführen: In den Abschiedsreden bei

Johannes betet Jesus ganz am Schluss um die Einheit seiner Jünger, sie

mögen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch

sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und wir

könnten weiterführen, diese Einheit aller in Gott und untereinander führt

zum vollkommenen Frieden und zur Fülle aller.

Ich würde sagen, dass Jesus uns in die Fülle des Seins Gottes hineinnehmen

möchte, in die Fülle des dreifaltigen Miteinanders von Vater-Sohn-Geist.

Das ist die tiefste Berufung von uns Menschen. Der Heilsplan Gottes für uns.

Gott will uns nicht irgendetwas Tolles schenken, ein tolles Haus einen

Mercedes oder dgl., nein er will innigste Gemeinschaft mit ihm schenken.

Er will uns Anteil an ihm geben. Es ist das Größte, was es gibt. Alles andere

wäre im Vergleich damit wie ein trockenes Brot zu einem Galadinner.

Gott ist in sich innigste Gemeinschaft, Fülle des Seins. Er hält nicht ängstlich

fest daran, grenzt andere nicht neidisch aus, nein er möchte sich mitteilen,

er möchte Gemeinschaft, weil das erst die Fülle vollendet macht.

Menschlich kann man sich das gut vorstellen anhand einer Geburtstagsfeier:

Es ist schön, wenn viele Geschenke da sind, aber am schönsten ist es, wenn

man sich mit Freunden gemeinsam freuen kann, wenn man ihre

Wertschätzung spüren darf, sich in diesem Fluidum geborgen fühlen kann.

Demgegenüber sind alle Geschenke ein Zeichen, ein Stellvertreter für das

Eigentliche, die Beziehung zueinander. Das ist für mich auch der tiefste

Grund, dass das oberste Gebot das Liebesgebot ist und nicht irgendwelche

kasuistischen Gesetze. Es geht zuerst um diese Beziehung. Ohne ihr ist

alles nichts. Mit ihr beginnt alles zu strahlen in einem warmen Licht, das

leben lässt und das Leben reich macht.

Wenn wir auf Gott schauen, schauen wir auf die Vollendung, die Gott uns

zugedacht hat. Sich seiner Gegenwart öffnen, heißt sich seinem innigen

Miteinander anschließen, an die Quelle des Seins andocken, wie man an

eine Tankstelle andockt, sich auflädt und gestärkt, bereichert, beschenkt,

dankbar und erfüllt weiterlebt. Alles ist uns angeboten. Wir dürfen

zugreifen! Gratis! Es ist beglückend und beglückt den Geber. Amen.