Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Pfarre Furth
1. Lesung – Apg 2, 1-11: Es ist die Bibelstelle, in der das Pfingstereignis

geschildert wird. Der Hl. Geist kommt auf die Jünger mit heftigem

Brausen und in Gestalt von Feuerzungen herab und sie beginnen in

fremden Sprachen zu reden. Sie bekommen Mut, als Zeugen Jesu

aufzutreten! Der Geist der Einheit wird spürbar im Sprachenwunder:

alle verstehen sie und es trifft sie ins Herz: Der Geist Gottes bewirkt die

Einheit des Menschengeschlechts und führt zur Erkenntnis des

Wesentlichen.

2. Lesung – 1 Kor 12, 3-13: Der Hl. Geist hilft mir, in Christus meinen

Erlöser zu erkennen. Und: Er ist der Geist der Einheit gerade derer,

die zu Jesus gehören. Er hat jedem seine Gabe gegeben, die für die

Gemeinschaft fruchtbar ist. Es geht um den Aufbau der Gemeinde.

Evangelium – Joh 20, 19-23: Am Ostersonntag Abend erscheint Jesus

seinen Jüngern zum ersten Mal nach seinem Tod. Sein erstes Wort an die

Jünger ist: Friede sei mit euch! Noch einmal sagt er ihnen seinen Frieden

zu. Dann sendet er sie, wie der Vater ihn gesandt hat. Dazu gibt er ihnen

mit dem Anhauchen seinen Geist: Empfangt den Hl. Geist. Wem ihr die

Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Wem ihr die Vergebung

verweigert, dem ist sie verweigert.

Predigt:

Wir hören vom Brausen und Feuerzungen.

Das Brausen ist ein Ausdruck der Kraft des Hl. Geistes, das Feuer ist ein

Ausdruck seiner Liebe, seiner verwandelnden Wärme die alles durchdringt.

Im Brausen und Feuer wird die Gegenwart Gottes spürbar, die mit diesen

Bildern wiedergegeben wird.

Wir hören von der Sprachengabe: die Jünger sprechen fremde Sprachen.

Das heißt, der Geist Gottes treibt sie zu ekstatischem Lobpreis Gottes für

seine Taten. Und im Sprachenwunder verstehen alle die Jünger: Die

Sprachenverwirrung dieser Welt hat nun ein Ende und damit die innere

Entzweiung der Menschheit, wobei es nicht die fremde Sprache ausmacht,

sondern die innere Uneinigkeit, oder besser der Eigennutz, die

Gleichgültigkeit, das Misstrauen, das alle in eine entgegengesetzte

Richtung gehen lässt, bei der dann jeder weniger hat, als wenn alle

gemeinsam an einer Sache arbeiten würden. In unserer Zeit sind die

Fake-News ein Bild dafür. Damit will man Unsicherheit, Spaltung,

Destabilisierung auslösen. Und es gibt genug, die sich davon beeinflussen

lassen, sich vor den Karren anderer spannen lassen.

Das Wichtigste dieser Geistsendung ist, dass die Menschen den Willen

Gottes erkennen, dass die Menschen Jesus annehmen können als ihren

Retter. Im Anschluss an dieses Ereignis und der Predigt des Petrus finden

3000 zu Christus und lassen sich auf die Aufforderung des Petrus hin

taufen. Alles dient nur diesem Ziel: schaut, Jesus ist euer Erlöser, der Retter,

auf ihn könnt ihr eure Hoffnung setzen. Oder wie es in der 2. Lesung

geheißen hat: Keiner kann sagen, dass Jesus ist der Herr, außer im Hl. Geist.

Im Evangelium hörten wir von der 1. Geistsendung, der Vergebung. Jesus

möchte, dass wir vergeben. Aber wir sind frei. Wir müssen nicht vergeben.

Wenn wir nicht vergeben, bleibt der Unfriede, auch in uns. Dass Jesus die

Vergebung möchte und zwar radikal, hat er an vielen Stellen gezeigt und

gesagt, am eindrücklichsten in seiner Vergebung am Kreuz, am

ausdrücklichsten in seinem Wort an Petrus auf dessen Frage, wie oft wir

vergeben sollen: 77x7x sollen wir vergeben. Es ist die Fülle der Vergebung,

ganz und ohne Abstriche. Das ist schwer zu ertragen, zu tragen.

Umgekehrt, wenn uns so vergeben wird, dann ist das wunderbar. Und:

Um Vergeben zu können, brauchen wir den Hl. Geist. Er muss uns helfen.

Das geht nicht aus eigener Kraft.

Kraft, Geist des Gebets, Einheit, Erkenntnis Gottes, Vergebung: das sind

machtvolle Zeichen, dass der Geist Gottes in seiner Kirche wirkt und sie

stärkt für ihren Weg in dieser Welt, durch diese Zeit, um ihren Auftrag von

der Sendung des Herrn zu erfüllen. Es wird immer genug zu glauben, zu

vertrauen geben. Gott gieße deinen Geist neu aus über alle Menschen. Amen.