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Pfarre Furth
1. Lesung – Apg 1, 15-26: Wir sind in der Apostelgeschichte ganz am

Beginn, zwischen der Himmelfahrt Jesu und der Geistsendung. Es geht

um die Wahl eines Ersatzmannes für Judas, der tot ist: Es sollen wieder

12 Apostel sein. Das Los fällt auf Matthias: der Hl. Geist hat ihn als den

Richtigen ausgewählt. Er soll mit den Anderen Zeuge der Auferstehung

Christi sein.

2. Lesung – 1 Joh 4, 11-16: Gott liebt uns, so müssen auch wir einander

lieben. Und der Vater hat den Sohn gesandt als den Retter der Welt.

Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er

bleibt in Gott. Es kommt also auf die Nächstenliebe an und auf das

Bekenntnis zu Christus, damit wir in Gott bleiben, in seiner Liebe

bleiben können.

Evangelium – Joh 17, 6-19: Diese Stelle ist der 2. Teil des

Hohepriesterlichen Gebets, des letzten Gebets Jesu vor seinem Leiden und

Sterben. Jesus betet für seine Jünger zum Vater, dass sie in seinem

Namen bewahrt bleiben mögen: „Damit sie eins sind wie wir! Das sage ich,

damit meine Freude in Fülle in ihnen ist. Ich habe ihnen dein Wort gegeben.

Bewahre sie vor dem Bösen. Heilige sie in der Wahrheit. Dein Wort ist

Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die

Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit

geheiligt sind.“

Predigt:

Worum betet Christus am Ende seines Lebens? Was ist ihm das Wichtigste?

Worum geht es ihm bei seiner Sendung vom Vater?

Es geht ihm um die Seinen, um die Einheit mit dem Vater, untereinander

und um ihre Freude.

Er sieht die Bedrohung der Seinen und er sieht sicher auch die eigene

Bedrohung, auch wenn er von ihr so spricht, als hätte er sie schon besiegt.

Jesus vergeht nicht in Angst und Schrecken vor dem Furchtbaren und

Grausamen, das auf ihn zukommt. Er hat das Ziel, das Eigentliche des

Lebens im Blick: die Gemeinschaft mit dem Vater, die Einheit, das Zeugnis

der Gemeinschaft.

Dabei ist auch diese Gemeinschaft seiner Jünger eine Herausforderung!

Nicht ohne Grund macht er das zum Thema seines letzten Gebets. Einheit

ist immer gefährdet. Letztlich ist diese zerstörte Gemeinschaft von

Menschen mit Gott und anderen Menschen auch die Ursache für das Unheil,

in dem die Gegner Jesu gefangen sind. Sie misstrauen Gott, sie müssen ihr

Heil selbst machen, mit Gewalt, gegen das von ihnen als Unheil bestimmte:

in diesem konkreten Fall: gegen Jesus. Man kann aber alles Befürchtete hier

einsetzen, ob es Juden oder Flüchtlinge sind oder der Nachbar ist. Der

andere hat eine schlechte Absicht, der kann man nur mit aller Macht

entgegentreten, sonst geht man selbst unter: entweder er oder ich. Jesus

unterläuft diese Angst grundsätzlich, indem er nicht um sein Leben kämpft,

sich gar nicht auf diesen Kampf einlässt, ja sogar sein Leben noch für die

eingebildeten Gegner gibt, dass sie zum Leben finden.

Gott möchte Kinder, die gut miteinander sind, einander das Gute gönnen

und miteinander etwas Gutes zustande bringen. Er möchte eine Welt des

Friedens und der Liebe. Aber sie wird wohl zu allen Zeiten die Hingabe von

Menschen verlangen, die ihr Leben, ihr Glück loslassen können, um des

Friedens, um anderer willen.

Es ist die Art der Friedensarbeit Gottes. Gott von sich her bietet uns die

volle Gemeinschaft an, ohne Abstriche, wenn Jesus betet: dass sie eins sind

wie wir. Er hat keine Berührungsangst und keine Angst vor dem Teilen. Er

gibt alles, ja sich selbst. Wir können die Angst abgeben, bei ihm, immer

wieder. Sie ist ein Begleiter unseres Lebens. Aber sie soll nicht der

Beherrscher, der Lenker unseres Lebens sein. Wenn wir Gott an die erste

Stelle setzen, wird er unsere Angst besiegen. Dann kann die Freude

aufbrechen, die Jesus uns schenken möchte. Das ist eine Freude, die uns

niemand mehr nehmen kann. Sie ist von Gott in unser Innerstes gepflanzt,

in ein Herz, das sich hinzugeben vermag.

Wir sind an diesem Sonntag mitten in der Pfingstnovene. Dieser Sonntag

möchte uns auch auf den Hl. Geist vorbereiten. Das Gebet Jesu an den

Vater kann uns eine Anregung sein, worum wir in diesen Tagen besonders

beten sollen. Amen.