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Pfarre Furth
1. Lesung – Apg 10, 25-48: Petrus besucht den römischen Hauptmann

Kornelius in Caesarea. Der Hl. Geist kam auf das ganze Haus des Römers

herab und Petrus ordnete deren Taufe an. Das wichtige Wort lautet:

Gott ist in jedem Volk willkommen, der ihn fürchtet und tut was recht ist.

2. Lesung – 1 Joh 4, 7-10: Gott ist die Liebe. Und wir sollen einander

lieben. Denn die Liebe verbindet uns mit Gott und führt uns den Weg der

Erkenntnis Gottes‘. Aber Gott ist der, der uns zuerst geliebt hat und

seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.

Evangelium – Joh 15, 9-17: Jesus ruft uns auf, in seiner Liebe zu bleiben

und das tun wir, wenn wir seine Gebote halten. Dies sagt er zu seinen

Jüngern, damit seine Freude in ihnen ist und damit ihre Freude

vollkommen wird. Sein Gebot lautet: Liebt einander! Jesus gibt als

Maßstab der Liebe an: Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein

Leben für seine Freunde hingibt. Jesus nennt seine Jünger nicht Knechte,

sondern Freunde, weil er ihnen alles mitgeteilt hat. Er hat sie erwählt und

dazu bestimmt, dass sie Frucht bringen und dass ihre Frucht bleibt. Dann

wird der Vater ihnen alles geben, um was sie ihn im Namen Jesu bitten.

Noch einmal bittet Jesus seine Jünger: Liebt einander!

Predigt:

Für mich ist diese Bibelstelle ein Höhepunkt der Verkündigung Jesu. Er

sagt diese Worte im intimen Gespräch mit seinen Jüngern, beim Letzten

Abendmahl. Es steht schon sein bitteres Ende vor ihm: am

Gründonnerstag Abend. Jesus betont seinen Jüngern gegenüber die

Bedeutung der Einheit mit ihm, vor allem gilt es, sein Gebot zu halten.

Durch die Wiederholung wird seine Bedeutung besonders

hervorgehoben: Liebt einander!

Es ist wohl die größte Herausforderung Gottes an uns Menschen, einander

zu lieben, trotzdem zu lieben, muss man sagen. Aber es ist auch die

wichtigste Wegweisung für uns Menschen, um zu einem Leben in Frieden

und gegenseitigem Wohlwollen finden zu können. Meiner Meinung nach

können wir viele Gesetze und Weltpolizisten erlassen und anstellen, aber

wenn die Grundhaltung nicht stimmt, werden wir mit den Gesetzen und

den Strafverfolgungen nicht fertig. Das ist aber nicht der Sinn der Worte

Jesu: wir sollen nicht ein Leben gerade noch am Limit führen, sondern

ein erfülltes Leben in einem guten Miteinander. So werden wir am

meisten erreichen und das erfüllteste Leben führen können.

Dazu helfen kann uns auch der Gedanke: der Mitmensch möchte genauso

leben wie ich. Und: Die Erde gehört eigentlich niemand: Besitz haben wir

Menschen gemacht: sie ist Lebensgrundlage für jeden in gleicher Weise.

Da haben wir nicht das rechte Maß und den gerechten Zugang für alle.

Jesus stellt das Liebesgebot den Jüngern noch einmal als das Zentrum

seines Plans mit der Menschheit vor. Und er verschärft dieses Gebot noch

maximal: Es geht bei dieser Liebe bis zur Hingabe des Lebens. Das ist das

Äußerste, was man für den Mitmenschen geben kann: nicht nur ein

Almosen, oder ein wenig Zeit, sondern sogar bis zur Hingabe des eigenen

Lebens soll es gehen.

Dafür verspricht er seinen Jüngern, dass seine Freude in ihnen ist und dass

diese Freude vollkommen wird.

Das ist der eine Schwerpunkt dieser Bibelstelle.

Der andere ist die Rede vom Fruchtbringen: das ist am letzten Sonntag

schon angeklungen. Ich lege das so aus, dass wir in dieser Welt Gutes tun

sollen, unser Leben zum Guten nützen sollen. Es soll nachhaltig sein zum

Wohl aller – in jeder Hinsicht. Gott wird durch unsere guten Taten

verherrlicht, andernfalls dient es Gott nicht zur Ehre. Wir könnten sagen:

dann steht Gott als Versager da, weil er nichts Besseres zustande

gebracht hat. Und Gott hat Freude an unserem guten Gelingen. Er ist

nicht missgünstig, missgönnt uns nicht unser Glück, sondern freut sich an

allem guten Gelingen. Dazu hat er uns das Leben gegeben und die Freiheit.

Und er lädt uns ein, eine ganze Ewigkeit in seiner Gemeinschaft in der Fülle

zu sein. Und noch einmal sagt Jesus: Dann wird euch der Vater alles geben,

um was ihr ihn bittet. Die Großzügigkeit Gottes ist grenzenlos. Gott liebt

uns. Amen.