Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Pfarre Furth
1. Lesung – Apg 3, 12-19: Ein Auszug aus der Predigt des Petrus nach

der Heilung des Gelähmten beim Tempel: Ihr habt mit der Ermordung

von Jesus schwere Schuld auf euch geladen, aus Unwissenheit. Gott

aber hat damit seinen Plan erfüllt, dass der Messias leiden werde und

er hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen. Nun kehrt

um und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden.

2. Lesung – 1 Joh 2, 1-5: Wenn einer sündigt, haben wir einen Beistand

beim Vater: Jesus Christus! Er ist die Sühne für unsere Sünden und für

die der ganzen Welt. Wer sich an sein Wort hält, in dem ist die

Gottesliebe wahrhaft vollendet.

Evangelium – Lk 24, 35-48: Im Anschluss an die Begegnung mit den

Emmausjüngern erscheint Jesus selbst den Jüngern im Abendmahlssaal.

Sie erschrecken und meinen einen Geist zu sehen. Obwohl sie von

mehreren Seiten gehört haben, dass Jesus lebt, können sie es nicht

glauben, obwohl er selbst vor ihnen steht. Jesus fragt sie: Warum lässt

ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Und er fordert sie auf:

Greift mich doch an! Ich bin es selbst! Sie staunen, können es aber vor

Freude immer noch nicht glauben. Da fragt er sie, ob sie etwas zu essen

haben. Sie geben ihm einen gebratenen Fisch und er isst es vor ihren

Augen. Dann sagt er zu ihnen: Alles muss in Erfüllung gehen, was im

Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich

gesagt ist. Dann öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der

Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten

auferstehen. In seinem Namen wird man allen Völkern verkünden, sie

sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid

Zeugen dafür.

Predigt:

Sie konnten es vor Freude immer noch nicht glauben. Dann gab er

ihnen den Beweis mit dem gebratenen Fisch. Und er öffnete ihnen

die Augen für das Verständnis der Schrift. Gemeint ist damit, dass wir

die Schriften in ihrer eigentlichen Bedeutung verstehen können, die

Zusammenhänge, die zentralen Aussagen in ihrem Gewicht, der Sinn

der einzelnen Passagen. Wir können den Herrn nur bitten, dass er uns

die Augen öffnet. Vielleicht vorher eine Liebe zur Hl. Schrift schenkt,

dass wir darin das Wort des Lebens erwarten, erhoffen. Das ist immer

die Voraussetzung dafür, dass wir uns überhaupt mit ihr befassen, sie

in die Hand nehmen, sie zu verstehen suchen. Und dahinter steckt 

noch eine Voraussetzung: Wenn ich Gott liebe, will ich wirklich wissen,

was er von mir möchte, was er sich vom Menschen erwartet, wer er

selbst ist, ja muss ich es wissen. Es wird zum Wichtigsten im Leben.

Und dann erhält die Hl. Schrift ihre zentrale Bedeutung als Schlüssel

dazu. Er muss uns also auch die Liebe zu ihm schenken.

Und dann wiederholt Jesus, was er in den Leidensankündigungen

mehrfach gesagt hatte, das Ur-Evangelium: der Messias wird leiden

und am dritten Tag von den Toten auferstehen. Im Leben Jesu, in

seinem Leiden und Auferstehen erfüllen sich die zentralen

Verheißungen der Hl. Schrift. Von daher sind ab nun die Stellen über

den Messias zu deuten. Es gibt Leiden und Sterben, auch für den,

der das Heil bringt, aber das Heil kommt trotz dem Tod. Jesus sagt

zu Martha: Ich bin die Auferstehung und das Leben, jeder der an

mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Glaubst du das? Dieses

Leben, von dem da die Rede ist, ist nicht dieses irdische,

vergängliche, in vielfacher Weise störbare und zerstörbare Leben.

Es ist ein Leben das ganz anders ist. Im Glauben haben wir schon

jetzt Teil an diesem Leben, im Vertrauen auf Gott, auf den, der das

Leben ist und schenkt. Noch ist es ein Geheimnis und für andere

nicht sichtbar, greifbar, aber doch spürbar, weil sie merken, da ist

ein Vertrauen, das trägt, das Halt gibt, wo ich geborgen bin in

meiner Not.

Das Evangelium schließt mit dem Missionsauftrag, indirekt: man

wird das Heil verkünden und ihr seid Zeugen dafür. Dieses Heil soll

allen mitgeteilt werden, dass sie es ergreifen und davon erfüllt

werden. Es ist immer wieder berührend zu lesen, zu erfahren, wie es

Menschen aus allen Generationen und Kulturen ergreift und das

weitere Leben bestimmt und bereichert, sie sogar fähig macht, dafür

Leid und Not auf sich zu nehmen. Was bewegt diese Menschen dazu?

Das soll uns ein Ansporn sein, selbst nach dem verborgenen und

doch offenen Geheimnis der Schrift, von Jesus zu suchen, dass wir

selbst das Heil immer mehr in ihm finden und ergreifen können.

In gewisser Weise ist es eine lebenslange Aufgabe, ja die Aufgabe

unseres Lebens.

Das Evangelium endet 5 Verse vor dem Ende des Lukas Evangeliums.

Es folgt die Ankündigung von der Sendung des Hl. Geistes und die

Himmelfahrt Jesu. Soweit sind wir aber in der Oster-Festzeit noch

nicht. Mit dem heutigen Sonntag enden auch die

Auferstehungsberichte an den Sonntagen. In den kommenden

Sonntagen geht es um den guten Hirten, die Himmelfahrt Jesu,

die Hinführung zum Hl. Geist, zum Pfingstfest. Es geht immer mehr

um das Leben hier in dieser Welt und unseren Auftrag, Zeugen

Jesu zu sein für diese Welt. Amen.