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Pfarre Furth
1. Lesung - Apg 2, 14-33: Wir hören die erste Predigt des Petrus am

Pfingstfest: Gott hat Christus von den Toten auferweckt, dafür sind wir

alle Zeugen. Gott hat ihn nicht der Unterwelt preisgegeben. Nachdem

er durch Gott erhöht worden war und vom Vater den Hl. Geist

empfangen hatte, hat er ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.

2. Lesung – 1 Kor 15, 1-11: Es ist die Urbotschaft der Verkündigung

von Paulus: Christus ist für unsere Sünden gestorben und ist begraben

worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,

und erschien dem Petrus, dann den Zwölf… Als letztem von allen

erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der Missgeburt. Das ist

unser Glaube, den wir verkündigen.

Evangelium – Lk 24, 13-35: Die Emmausjünger sind am Ostersonntag

Nachmittag auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Ihr Herz ist

schwer. Da begegnet ihnen Jesus und geht mit ihnen. Aber sie

erkennen ihn nicht. Sie reden über das, was in Jerusalem mit Jesus

passiert ist. Sie erzählen auch von der Erfahrung der Frauen, aber sie

glauben ihnen nicht. Jesus erklärt ihnen von der Schrift her, dass das

Leiden und Sterben des Herrn so vorgesehen war. Dann kommen sie

nach Emmaus. Die beiden Jünger laden Jesus ein, bei ihnen zu bleiben,

denn es wird schon Nacht. Und sie erkennen Jesus, als er das Brot

brach. Dann sehen sie ihn nicht mehr. Sie sagen einander: brannte uns

nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete? Das Herz hat mehr

gespürt, als der Verstand gewusst hat. Und sie brechen sofort auf, um es

den Jüngern in Jerusalem mitzuteilen. Sie können das unmöglich für sich

behalten.

Predigt:

Die Begegnung der Emmausjünger ist jedes Jahr neu berührend.

Niedergedrückt, am Ende mit diesem Jesus, sind sie auf dem Weg nach

Emmaus. Es ist vermutlich ihre Heimatgemeinde.

Er war doch nicht der Messias, wie sie geglaubt hatten. Sie hatten sich

getäuscht. Schade. Es war so schön. Doch wohl zu schön, um wahr zu

sein.

Da kommt Jesus und geht mit ihnen, aber auch sie erkennen ihn nicht,

wie Maria. Ich denke, er geht auch mit uns mit auf unseren Wegen,

unseren Enttäuschungen, Fragen und Zweifeln. Er ist gerade da an

unserer Seite. Ihm können wir alles sagen. Nach meiner Erfahrung bleibt

es nicht ungehört und unbeantwortet.

Sie sprechen über die letzten Ereignisse. Jesus stellt sich völlig unwissend.

Und doch ist er der große Wissende: Er erklärt ihnen aus der Schrift, dass

das alles so kommen musste. Sie haben das zu Lebzeiten Jesu auch schon

gehört. Aber vermutlich haben sie es damals nicht wirklich ernst genommen.

Aber jetzt haben die Worte Jesu ein ganz anderes Gewicht, nach all den

Erfahrungen mit seiner Passion.

So ins Gespräch vertieft, kommen sie nach Emmaus und sie laden Jesus ein,

über Nacht bei ihnen zu bleiben. Und als sie bei Tisch sitzen und er das Brot

bricht, erkennen sie ihn. Da gingen ihnen die Augen auf und dann sahen sie

ihn nicht mehr. Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete?

Sagen sie dann zueinander.

Mit dieser Begegnung ist alle Niedergedrücktheit und Hoffnungslosigkeit

verschwunden. Das Herz ist voll und sie müssen diese Erfahrung weitersagen,

denen sagen, die am meisten unter dem Tod Jesu leiden, seinen Jüngern.

Sie laden ihn ein, diesen Jesus. Wie können wir ihn einladen? Die erste

Einladung ist sicher, dass wir ihm Gesellschaft leisten, in seiner Kirche, oder

wenn wir die Hl. Messe mitfeiern. Da lassen wir Jesus teilhaben an unserem

Leben, ja wir lassen uns von ihm hineinziehen auf seine Wege, in seine Kirche,

in ihn. Wir können ihn einladen überall dort, wo wir für Menschen offen sind,

die uns brauchen, berechtigt, schuldlos, warum auch immer. Die Frage ist, will

ich in diesem Augenblick ein Mitmensch dieses Menschen sein. Überall dort

laden wir Jesus ein, geben ihm Raum. Und ich bin überzeugt, auch wenn es

nicht immer so offensichtlich ist wie bei den Emmausjüngern, ist Jesus da, ist

er in unserem Herzen und gibt ihm Frieden, einen Frieden, wie wir ihn sonst

nicht finden.

Bei Emmaus wird auch so schön die eigentliche Missionsbotschaft sichtbar:

Erfüllt, voll Freude: er lebt. Alles Unheil ist für immer überwunden. In seinem

Leben haben wir unser Leben in Fülle. Alle Menschlichkeit und alles

Miteinander hat in ihm einen tiefen Sinn. Amen.