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Pfarre Furth

1.Lesung Apg 10, 34-43: Wir hören eine Ansprache des Petrus vor dem

römischen Hauptmann und seinem ganzen Haus: Jesus hat viel Gutes getan,

ihn haben sie auf eine grausame Weise getötet, aber er wurde am 3. Tag

auferweckt! Er ist seinen Zeugen erschienen, uns, die wir mit ihm nach

seiner Auferstehung gegessen und getrunken haben. Er hat uns geboten zu

verkünden: das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der

Toten. Wer an ihn glaubt, empfängt die Vergebung der Sünden.

2. Lesung – Kol 3, 1-4: Brüder, ihr seid mit Christus auferweckt! Darum strebt

nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt…Wenn

Christus, unser Leben, offenbar wird, werden auch wir mit ihm offenbar

werden in Herrlichkeit.

Evangelium – Joh 20, 1-18: Maria von Magdala kommt am Ostersonntag

frühmorgens zum Grab und sieht, dass der Stein weg ist. Sie läuft zu Petrus

und Johannes und berichtet ihnen, dass sein Leichnam nicht im Grab liegt.

Beide laufen zum Grab und finden alles so, wie sie es ihnen gesagt hat. Von

Johannes heißt es: er sah und glaubte, denn er wusste noch nicht aus der

Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. Sie gingen wieder. Maria

stand aber noch draußen und weinte. Da sah sie 2 Engel im Grab sitzen. Sie

sagte ihnen, dass sie Jesus suche. Sie wandte sich um und sah Jesus

dastehen, erkannte ihn aber nicht und fragte ihn, wo er Jesus hingelegt habe,

damit sie ihn holen könne. Da sprache er sie mit: Maria!, an. Da erkannte sie

ihn und sagte Rabbuni, Meister, zu ihm. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht

fest! Geh zu meinen Brüdern und sag ihnen, ich gehe zu meinem Vater und

zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Und sie berichtete es

den Jüngern.

Predigt:

Ostern ist der Einbruch einer anderen Welt in diese Welt.

Ostern ist der Anbruch einer neuen Welt. Das Undenkbare geschieht.

Er, der mausetot ist, lebt.

Die Jünger können es nicht glauben.

Sie glauben es den Frauen nicht. Sie glauben es nicht einmal, als er selbst

vor ihnen steht.

Erst nach und nach können sie es annehmen, können sie sich freuen.

Es gibt so etwas wie einen Unglauben aus Angst. Dann, wenn einem etwas

ungeheuer viel bedeuten würde, aber man aus Angst, dass es eine

Täuschung sein könnte, sich mit Händen und Füßen gegen die Fakten wehrt,

um nicht hinterher in ein tieferes Loch zu fallen. So ähnlich wird es den

Jüngern gegangen sein.

Wir Heutigen sind, seit wir leben, mit diesem Gedanken vertraut, wie immer

wir Auferstehung verstehen. Jeder irgendwie sozialisierte Christ weiß, dass

Jesus zu Ostern auferstanden ist. Die Jünger wissen das nicht. Sie können

sich das nicht vorstellen. Es passt nicht in die gesamte jüdische Tradition.

Von einem Leben nach dem Tod ist kaum die Rede in den Hl. Schriften.

Aber dann können die Jünger glauben, so sehr, dass sie für diesen Glauben

an den Auferstandenen ihr Leben einsetzen. Mehr geht nicht.

Die Szene mit Maria ist so das Herz rührend. Sie ist ganz bei ihm, möchte

ihm ganz nahe sein. Wohl wegen ihrer Liebe ist sie die Erste, die dem

Auferstandenen begegnen darf und die auch den Unglauben der Jünger

aushalten muss und aushält. Wohl auch eine schmerzliche Erfahrung.

Aber sie hält auch Distanz zu Jesus. Etwas an Jesus muss die Jünger und

Jüngerinnen zurückgehalten haben. Ich deute es als Erfahrung seiner

Hoheit, die eine neue Distanz fordert.

Alle Trauer, alle Bedrücktheit, alle Hoffnungslosigkeit hat mit der

Auferstehung ein Ende: auf einen Schlag. Es ist alles anders. Ostern macht

alles anders. Wenn wir Ostern glauben können, ändert das alles radikal. Es

gibt eine Auferstehung, auch angesichts der Not und dem Leid dieser Welt.

Die verwandelnde Macht Gottes wird einmal alles in dieses Licht des

Auferstandenen tauchen.

Christus ist auferstanden! Halleluja!