Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Pfarre Furth
1. Lesung - Jes 52,13-53,12: Es ist das 4. und letzte Lied vom Gottesknecht.

Der Gottesknecht wird arg bedrängt, entstellt, die Menschen sind entsetzt.

Er ist ein Mann voller Schmerzen. Aber er hat unsere Krankheit getragen und

unsere Schmerzen auf sich geladen. Er wurde durchbohrt wegen unserer

Sünden. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm. Durch seine Wunden sind wir

geheilt. Er hatte kein Unrecht getan und kein trügerisches Wort war in seinem

Mund. Der Herr fand Gefallen an seinem Knecht und rettete den, der sein

Leben als Sühnopfer gab. Der Plan des Herrn gelingt durch ihn. Er macht

die Vielen gerecht.

2. Lesung - Hebr 4,14-5,9: Wir haben einen Hohenpriester, der in allem wie

wir in Versuchung geführt wurde, aber nicht gesündigt hat. Er kann

mitfühlen mit uns. Lasst uns also voll Zuversicht zum Thron der Gnade gehen,

damit wir Erbarmen und Gnade finden und Hilfe erlangen zur rechten Zeit.

Christus hat mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den

gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte. Und er ist erhört worden und

aus seiner Angst befreit worden. Er ist der Urheber unseres ewigen Heils,

wenn wir ihm gehorchen.

Evangelium – Joh 18,1-19,42: Es ist die Passion: Sie setzt ein mit der

Verhaftung Jesu im Garten. Jesus spricht in seiner Hoheit. Petrus haut dem

Diener Malchus das rechte Ohr ab. Jesus weist Petrus zurecht: Der Kelch,

den mir der Vater gegeben hat, soll ich ihn nicht trinken? Jesus wird

verhaftet und vor die Hohenpriester geführt. Petrus verleugnet Jesus 3x und

ein Hahn kräht. Dann bringen sie Jesus zu Pilatus. Sie wollen ihn hinrichten,

deshalb brauchen sie seine Zustimmung. Auf die Frage, ob er der König der

Juden ist, antwortet Jesus: Mein Königtum ist nicht von hier. Sonst würden

meine Leute für mich kämpfen. Er legt für die Wahrheit Zeugnis ab. Jeder der

aus der Wahrheit ist, hört auf seine Stimme. Dann gibt Pilatus den Juden die

Wahlmöglichkeit, Jesus oder Barabbas freizulassen. Die Juden entscheiden

sich für Barabbas. Da lässt Pilatus Jesus geißeln. Pilatus versucht noch einmal

Jesus zu retten: er findet keinen Grund zur Anklage. Aber die Menge fordert

seine Kreuzigung: Er muss sterben, weil er sich als Sohn Gottes ausgegeben

hat. Die Juden bedrängen Pilatus noch stärker: wenn er ihn freilässt, ist er

kein Freund des Kaisers. Um die 6. Stunde übergibt er Jesus zur Kreuzigung.

Sie bringen Jesus zur Schädelhöhe, nach Golgota. Dort kreuzigen sie ihn mit

2 Verbrechern. Am Kreuz lässt Pilatus ein Schild anbringen: Jesus von Nazaret,

der König der Juden. Jesus sagt zu seiner Mutter: Siehe dein Sohn: Johannes

war gemeint, und zu Johannes: Siehe deine Mutter. Dann sagt Jesus: Mich

dürstet. Sie reichen ihm Essig. Dann sagte er: es ist vollbracht und stirbt.

Jesus zerschlagen sie die Gebeine nicht, weil sie sehen, dass er schon tot ist.

Sie bohren ihm eine Lanze in die rechte Seite ins Herz. Josef von Arimathäa

bittet, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen. Sie umwickeln seinen Leib

mit Leinenbinden und salben ihn mit wohlriechenden Salben und setzen

seinen Leichnam in der Nähe in einem Grab bei.

Predigt:

Es ist ein abgekartetes Spiel. Dieser Jesus muss weg. Jedes Mittel ist recht.

Grausam verfahren sie mit ihm, die Menschen, egal ob Juden oder Römer.

Am besten kommt noch der Pilatus weg, der ihn eigentlich retten möchte,

obwohl er kein Guter gewesen sein soll.

Gnadenlos sind wir Menschen mit Gott, von dem wir alle Gnade erwarten,

erbitten. Gnadenlos sind wir auch mit den Mitmenschen. Für uns würden

wir das nicht so wollen.

Und wehe, wenn Gott unseren Vorstellungen nicht gerecht wird. Aber Gott

ist und bleibt der ganz Andere, der sich nicht in unsere Schemata pressen

lässt, weil er größer ist als alle menschlichen Kategorien, alle Begriffe und

Vorstellungen davon, wie er sein soll.

Er lässt sich schon gar nicht vor unsere Karren spannen - zu unserem

egoistischen Vorteil gegen andere. Aber es gefällt ihm, wenn wir

miteinander menschlich und liebevoll umgehen, wenn wir Rücksicht walten

lassen und einander dienen.

Warum lässt Gott das zu, will Gott diesen grausamen Tod? Gemäß dem

Ölbergleiden Jesu ist das im Willen des Vaters. Für mich ist es so, dass er

seinen Sohn ganz in unsere Hand gibt. Grausam sind eher wir mit Jesus.

Die Menschen meinen, dass er ein ganz Böser ist und weg gehört, trotz aller

guten Taten. Und trotzdem bittet Jesus für seine Mörder um Vergebung.

Kann es eine größere Liebe geben? Könnte es sein, dass er uns das damit

unmissverständlich zeigen wollte?

Aber warum begibt sich Gott in unsere Hand? Gehört es vielleicht zur Liebe

dazu, dass sie sich hingibt, ganz hingibt, hier auf Gedeih und Verderben?

Wenn es zur höchsten Liebe gehört, dass sie alles gibt, dann ist es würdig

und recht, dass Gott, der die Liebe ist, alles gibt. Es ist auch würdig und

recht, dass das sichtbar wird auf eine radikale, letzte Weise. Vielleicht

gehört es auch dazu, dass sich alle Angst und Sünde, aller Egoismus und

Besserwisserei sich gerade darauf fokussiert, diese Liebe nicht glauben kann,

wie es einige Texte im AT zum Ausdruck bringen, gerade im Buch der

Weisheit, den Beweis haben möchten, wie es wirklich mit dieser Liebe ist:

„Wir wollen grausam mit ihm verfahren, er behauptet ja, Gott sei sein

Vater..“. Es ist, als ob die äußerste Liebe genau die äußerste Brutalität

herausfordert. Kann sie dann glauben? Das muss jeder immer wieder neu

für sich entscheiden. Zur Liebe gehört Entscheidung, trotz allem. Sie sollte

nicht vom Wohlverhalten des anderen abhängen. Nicht leicht für uns

Menschen.

Für mich ist es so, dass Gott sich auf uns Menschen einlässt. Durch die

Geschichte weiß Gott um die Hinfälligkeit, Schwachheit, Erbärmlichkeit des

Menschen. Die Bundesschlüsse werden immer einseitiger, immer weniger

vom Verhalten des Menschen abhängig. Gott muss für uns, trotz uns den

Bund halten und aufrechterhalten und durchsetzen. Ich lege mein Gesetz

in ihr Herz, nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein

Herz von Fleisch, heißt es bei Jeremia.

Gott lässt sich auf uns Menschen ein mit ganzem Herzen. Er sieht unsere

Erlösungsbedürftigkeit und gibt uns ein Heilmittel, seinen Sohn, die

Hingabe seines Sohnes, bei dem seine Liebe sich ganz erfüllt, wie er es

für uns Menschen vorgesehen hat. Was wäre das für ein Erweis, wenn es

eine lässige Angelegenheit wäre? Nein, dieser Sohn ist bis zum Äußersten

gefordert. Er setzt sein Vertrauen ganz auf den Vater. Das wird sichtbar an

der Armut, am Gehorsam, an der Ehelosigkeit die Jesus gelebt hat: Nicht

eigenes Gemächte, Glücksstreben bringt das Heil, nein ganz im Vertrauen

auf den Vater, alles loslassend, geht er den Weg, auch wenn es äußerste

Dunkelheit bedeutet.

Und Gott, was tut er, er macht aus dem Leid seines Sohnes, die Sühne,

die Vergebung, den Schlüssel unseres Heils. Die Hingabe Jesu soll uns zeigen,

Gott gibt alles für uns. Und Gott bietet uns in diesem Leid die absolute

Vergebung aller Schuld an, für jeden, durch alle Zeiten. Warum tut er das?

Weil er uns liebt. Weil er unser Heil möchte. Wir haben einen wunderbaren

Gott! Wenn wir ihm glauben können, können auch wir diesen Weg gehen,

gestärkt von seiner Liebe und seiner Gnade, die er uns niemals entziehen

wird. Amen.