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Pfarre Furth
1. Lesung – Gen 9, 8-15: Nach der Sintflut schließt Gott mit Noah und

allen Lebewesen einen Bund, einen einseitigen Bund: Es wird nie mehr

eine solche Flut geben, die alles vernichtet. Und das Zeichen des

Bundes ist der Regenbogen. Bei jedem Regenbogen gedenkt Gott

seines Bundes mit uns. Es ist eine Heilszusage Gottes aus freien

Stücken, ohne dass wir zu etwas verpflichtet wären. Die Botschaft ist:

Die alles vernichtenden Chaoswasser sind gebändigt für immer.

2. Lesung – 1 Petr 3: Der Tod Jesu soll uns zu Gott hinführen. Der

Sintflut entspricht die Taufe. Sie ist eine Bitte an Gott um ein reines

Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi. In der Taufe

schenkt uns Gott die Rettung, sein Heil.

Evangelium – Mk 1, 12-15: Die Versuchung Jesu ist immer das Thema

am 1. Fastensonntag. Bei Markus ist sie denkbar knapp geschildert,

nur dass er vom Satan in Versuchung geführt wurde. 40 Tage blieb er

in der Wüste. Nachdem Johannes der Täufer ins Gefängnis geworfen

worden war, ging er wieder nach Galiläa und begann seine

Verkündigung: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.

Kehrt um! Und glaubt an das Evangelium!

Predigt:

Für die 40 tägige Fastenzeit haben wir ein Vorbild: Jesus hat sich vor

seinem öffentlichen Auftreten sich 40 Tage in die Wüste zurückgezogen.

Er fastete und wurde vom Teufel in Versuchung geführt. Er lebte bei

den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.

Die 40 Tage Jesu in der Wüste werden bei Matthäus, Markus und Lukas

überliefert. Das ist ein Zeichen dafür, dass sein Fasten für alle ganz

wichtig war.

Was ist der Sinn des Fastens?

Das erste ist, es geht dabei nicht um Leistung. Es geht nicht um besser

sein als andere. Das fördert nur das Ego. Es soll durch das Fasten viel

mehr die Liebe, das Miteinander gestärkt werden: die Liebe zu sich, zu

den Mitmenschen und zu Gott. Es geht um ein sich Zurücknehmen,

damit das Miteinander, das Wesentliche im eigenen Leben mehr Raum

bekommen.

Wir sind heute, was das Fasten betrifft, relativ frei. Das ist gut so. So

kann jeder ohne schlechtes Gewissen das für sich auswählen, was für 

ihn am besten passt, am wichtigsten ist. 

Es ist gut, wenn man das Fasten auch körperlich spürt. Wer in diesen 

Tagen weniger Fleisch isst, hinterlässt einen besseren ökologischen 

Fußabdruck. Es entlastet die Umwelt. 

Zum Fasten gehören immer auch Dinge, die einem nicht wirklich gut

tun: zu viel Alkohol, Zigaretten, seine Zeit mit Spielen zu vertun, über

andere schlecht reden, schlecht denken usw. Heute wissen wir um die

gesunde Seite des Fastens: es tut Leib und Seele gut. Nur tun müssen

wir es selbst. Es kostet Überwindung, braucht Entscheidung, braucht

Durchhalten. Das stärkt die Persönlichkeit. Bei Diabetes heißt es, bitte

vorsichtig sein. Sich gut mit dem Arzt absprechen.

Das ist die äußerliche Seite des Fastens, die leibliche Seite.

Es gibt dazu eine innerliche Seite: Fasten sollte zuerst ein mehr in sich

Einkehren sein, sich aus dem Alltags-Getriebe etwas zurückziehen in

sein Inneres, den Blick auf das eigene Leben richten und eine

intensivere Beziehung zu Gott pflegen. Er ist immer da. Er ist die

Quelle des Lebens und unseres Friedens. Die Verbindung mit ihm ist

das wahre Lebenselixier. Aber wir nehmen seine Gegenwart selten so

bewusst wahr, sie geht oft unter im Getriebe des Alltags. Das Fasten

soll uns dazu ein Hilfe sein: Besser bei uns zu sein, mit IHM die

Verbindung zu vertiefen. Dazu kann auch das Lesen in der Hl. Schrift,

das Lesen guter Bücher helfen.

Beim Fasten erfahren wir auch die Not des Leibes. Das ist einerseits

schmerzhaft. Es ist gut, wenn unsere Grenzen sichtbar werden, dann

können wir sie im Gebet vor Gott bringen. Aber es hilft auch die

eigene Realität ganz klar zu sehen: ich bin nur ein Mensch, endlich,

höchst verletzlich, schwach. Das kann helfen, sich etwas zu

relativieren. Ich bin nicht der Größte, nicht der Stärkste. Ich muss es

auch nicht sein. Das macht uns menschlich verträglicher,

umgänglicher. Und interessanterweise können uns die Mitmenschen

gerade in unserer Schwachheit besser annehmen, als in unserer

Stärke. Wir sind Menschlicher, Angreifbarer im besten Sinn des

Wortes.

Das Fasten macht uns vielleicht auch eher bereit, Gott um Hilfe zu

bitten, uns ihm leichter anzuvertrauen. Auch in dem Bewusstsein:

einmal, wenn es um die letzte Stunde geht, werde ich ganz schwach

sein, dann ist mir alle Kraft und Sicherheit genommen, dann kann

ich nur mehr auf die Gnade des Herrn vertrauen, ihm mein Leben

übergeben. Das kann ich jetzt schon machen und seine Hilfe

erfahren, seinen Frieden und seine Freude.

Zusammenfassend möchte ich sagen: Fasten verbindet mit Gott

und den Menschen. Es ist ein Beitrag zur Gesundheit, zu einem

besseren ökologischen Gleichgewicht. Es stiftet Frieden und

macht einem die eigene Realität bewusst. Vielleicht kann man

dann auch andere Menschen in ihrer Not besser verstehen, wird

offener für sie und für den Willen Gottes im eigenen Leben.

Fasten schenkt Zeit, vereinfacht das Leben und vertieft es. Es ist

ein Gewinn. Es kostet etwas. Aber nichts Großes ist einfach und

umsonst. Gott schenkt uns mehr als wir geben. Er gibt uns sich

und die Fülle des Lebens. Amen.