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Pfarre Furth
1. Lesung – Hiob 7, 1-7: Hiob ist verzweifelt. Er hat alles verloren: Allen Besitz

und die Gesundheit. Er hat alle Achtung verloren bei den Menschen. Er ist

überzeugt: Nie mehr schaut mein Auge Glück. Es ist nicht so, es kommt noch

einmal ganz anders, aber in dieser Situation ist alle Hoffnung dahin. Gott ist

größer als unser Leid und unsere Not; er hat immer ein Heil, auch wenn wir es

nicht glauben können. Wer es glauben kann, kann bei allem Schweren des

Lebens leichter im Frieden bleiben.

2. Lesung – 1 Kor 9, 16-23: Für Paulus ist die Verkündigung der Frohbotschaft

ein innerer Zwang, ein Auftrag. Sein Beitrag ist, dass er unentgeltlich das

Evangelium verkündet. Seine Grundeinstellung zu den Menschen ist: Allen

bin ich alles geworden..um auf jeden Fall einige zu retten. Alles tue ich um des

Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.

Evangelium – Mk 1, 29-39: Jesus heilte die Schwiegermutter des Petrus: sie

hatte Fieber. Sie stand daraufhin auf und sorgte für sie. Am Sabbat-Abend

brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus, da durfte man schon

die Kranken tragen. Er heilte viele. In der Früh, als es noch dunkel war,

stand Jesus auf und ging an einen einsamen Ort. um zu beten. Simon und

seine Begleiter wollten ihn holen, weil alle ihn suchten. Er aber sagte: lasst

uns anderswohin gehen, damit ich auch den anderen Dörfern predige, denn

dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den

Synagogen und trieb viele Dämonen aus.

Predigt:

Die Heilungen sind ein Zeichen für den Anbruch des Gottesreiches, der

Gottesherrschaft, die durch Jesus beginnt. Sie sind ein Zeichen. Sie können

etwas rein Äußerlichers bleiben, wenn nicht das Innerste des Menschen sich

Gott öffnet, sich im Vertrauen in Gott festmacht. Das ist die eine Seite. Jesus

lädt uns ein, ergreifen müssen wir es, wie er an einer Stelle meint: bemüht

euch mit aller Kraft durch die enge Pforte zu gelangen. Eng ist diese Pforte,

weil gerade das Vertrauen uns Menschen so schwer fällt. Da glauben wir

leichter an das, was wir selbst zustande bringen, was wir selbst kontrollieren

können. Aber letztlich ist alles Geschenk und alle Kontrolle geht nur eine Zeit

lang. Einmal ist jede Kontrolle zu Ende. Was dann?

Dann trägt uns nur noch das Vertrauen in eine Macht, die größer ist als wir,

wenn wir dann vertrauen können. Wir müssen nicht so lange warten. Wir

können schon jetzt Vertrauen und es wird uns schon jetzt Frieden schenken.

Es werden nicht alle Wünsche erfüllt werden. Aber alle Wünsche sind

vielleicht e nicht immer das Beste. Und vielleicht ist es anders besser, als wir

meinen, anstreben, glauben. Zumindest kann uns alles zum Segen werden,

vor allem dann, wenn wir vertrauen. Denn dann sind wir am ehesten offen

für das, was jetzt möglich ist. Dann können wir am ehesten in der

Gegenwart leben.

Die Wunder sind ein Zeichen für die Macht Jesu und seinen Heilswillen.

Gott ist gut. Er will unser Heil. Wir haben einen guten Gott. Es ist wunderbar.

Auch wenn seine Güte immer wieder verdunkelt wird, im Letzten ist seine

gute Schöpfung, seine Güte immer wieder spürbar.

Die Wunder sind aber auch ein Zeichen für die anbrechende Gottesherrschaft.

Diese beginnt aber nicht mit äußeren Machterweisen, sondern der volle

Anbruch der Gottesherrschaft beginnt mit dem Leiden, dem Tod und der

Auferstehung Jesu, mit der Stunde, wegen der Jesus in die Welt gekommen

ist. Seine Herrschaft ist Hingabe und Liebe bis zum Äußersten. Darin blitzt

dann seine Macht erst wirklich auf, aber auch nur für denjenigen sichtbar,

der ein Auge für diese Art von Macht hat. Das kann leicht übersehen werden,

wenn man nur auf äußere Machtspiele fixiert ist: Kontrolle, Haben und Angst.

Die wahre Liebe sieht nur der, der selbst wirklich liebt und bereit ist, sich

hinzugeben. Das sind nicht die äußerlich Mächtigen und Reichen, sondern die

im Herzen Kleinen und Liebenden. Die äußerlich Mächtigen fangen mit so einer

Art von Macht nichts an. Das ist nicht in ihrem Sinn. Den wahren Sinn des

Lebens finden wir in der Hingabe. Dort leben wir wahrhaft, sind wir am meisten

wir selbst. Dort leuchtet Menschlichkeit für diese Welt auf, wahre Humanität.

Nicht Freiheit des Raffens und Haben-Wollens, der Rücksichtslosigkeit und

Zerstörung, sondern Freiheit der Liebe und Hingabe. Dazu braucht es

Entscheidung, Vertrauen und Loslassen der Ängste und Sorgen. Dazu hilft uns

die Geborgenheit in Gott, die wir im Glauben erfahren können. Amen.