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Pfarre Furth
1. Lesung – Jona 3, 1-10: Der Prophet Jona verkündete das Strafgericht

Gottes über der Stadt Ninive. Die Menschen glaubten Jona, bekehrten

sich, taten Buße und Gott erließ der Stadt die Strafe.

2. Lesung – 1 Kor 7, 29-31: Es ist eine Mahnung des Apostels Paulus an

die Gemeinde in Korinth. Sie sollen ihr Herz nicht an diese Welt hängen,

an die Freuden oder die Trauer dieser Welt, denn diese Welt vergeht.

Evangelium – Mk 1, 14-20: Jesus beginnt gemäß dem Markusevangelium

mit seiner Verkündigung erst dann, nachdem Johannes der Täufer von

Herodes ins Gefängnis geworfen wurde, mundtot gemacht wurde. Die

Grundbotschaft ist: Kehrt um, das Reich Gottes ist nahe, glaubt an das

Evangelium. Und er beruft die ersten Jünger, Fischer: Andreas und

Simon, Jakobus und Johannes, mitten von der Arbeit weg, ihm

nachzufolgen: und sogleich ließen sie alles liegen und folgten

Jesus nach.

Predigt:

Heute begehen wir den Bibelsonntag, den Papst Franziskus vor zwei 

Jahren ausgerufen hat. Deshalb soll heute die ganze Bibel Thema sein. 

Worum geht es in der Hl. Schrift? Was ist die Grundaussage?: 

Die Hl. Schrift besteht aus vielen Büchern: 45 im AT und 27 im NT,

oder wie man heute sagt: im ersten und im zweiten Testament. Sie

ist aber deshalb kein Sammelsurium, sondern es gibt eine allen

gemeinsame Grundbotschaft.

Diese finden wir zuerst im Gottesnahmen Jahwe: Gott ist da, wird da

sein und will da sein – als die Gottheit, die Leben gibt und in die

Freiheit führt. Dass und wie Gott da ist für sein Volk, für alle Menschen,

für die Erde als seine Schöpfung – gebend und fordernd, richtend und

rettend, vernichtend und vollendend, das kommt buchstäblich auf jeder

Seite des AT zur Sprache.

Welches ist nun die Grundbotschaft der einzelnen Teile der Bibel?:

Teil 1 – die Tora, die ersten 5 Bücher Mose wie sie auch genannt werden:

Sie ist die Grundlegung der ganzen Bibel, sie hat die beiden Brennpunkte:

Gottesliebe und Nächstenliebe. Beide sind in der Schöpfung grundgelegt.

Es ist die Uroffenbarung Gottes, die über Israel zu allen Völkern kommt.

Die 10 Gebote als Gottesrecht und Menschenrecht sind nicht nur für Israel

sondern für alle Völker das Lebensgesetz, auch für die Christen, die in der

Nachfolge Jesu die Tora erfüllen sollen. Zum Leben mit diesem Gott, der

sich am Sinai verheißend und fordernd offenbarte, wollen die

Geschichtsbücher, die Prophetenbücher und Weisheitsbücher hinführen.

Teil 2: Die Geschichtsbücher im AT zeigen am Beispiel Israel, wie es

einem Volk, das mit dieser Tora lebt, ergeht, wie es gelingt oder

misslingt, was die Folgen sind. Es ist die Geschichte unserer jüdischen

Schwestern und Brüder und unseres Gottes mit uns Menschen.

Teil 3: Die Weisheitsschriften laden uns ein, die wahre, Leben rettende

Weisheit zu suchen, im betenden und meditierenden Hören auf die

Tora. Sie teilt sich in der Schöpfung und in den Weisungen Israels allen

Völkern mit, die sich ihr öffnen.

Teil 4: Die Prophetenbücher entwerfen die Vision von einer Vollendung

der Welt und der Geschichte, wenn die Völker zum Zion wallfahren,

um dort die große Friedens-Tora Jahwes kennenzulernen. So haben

sie an jener fundamentalen Erneuerung und Wiederherstellung von

allem teil. Das ist in den Prophetenbüchern allen verheißen, durch

und mit Israel. Von der Prophetie her erhält sogar die Tora eine

prophetisch-eschatologische Dynamik in einer Naherwartung. Das

Handeln Jesu kann von daher als der entscheidende Akt in dem

prophetisch angekündigten Endzeitdrama verstanden werden. So

öffnet sich in der christlichen Bibel die Prophetie auf das sich

anschließende NT hin.

Der weitaus größere Teil der Schriften der Bibel sind im Judentum

entstanden und sind die Bibel des Judentums. Das trägt wesentlich

zu dem Band bei, durch das Judentum und Christentum

miteinander verbunden sind.

Das war ein kleiner Auszug aus der Einleitung in die Bibel aus der

Stuttgarter Bibelausgabe. Es ist eine sogenannten Bibeltheologie, das

heißt, dass darin die wesentlichen Aussagen der Bibel auf den Punkt

gebracht werden, von denen her die anderen Texte zu lesen und 

auszulegen sind. Wir haben einen wunderbaren Gott, er hat einen

wunderbaren Plan mit seiner Welt und wir dürfen daran mitwirken:

jeder ist eingeladen, damit sich sein Plan mit seiner Welt erfüllen

kann.