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Pfarre Furth
1. Lesung – Jes 42: Es ist das 1. Lied vom Gottesknecht: ich habe meinen

Geist auf ihn gelegt... Das passt sehr gut zur Taufe Jesu im Jordan, bei der

Hl. Geist in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkam. Was bewirkt dieser

Geist?: der mit diesem Geist Erfüllte begründet auf der Erde das Recht.

Das Heil erfüllt die Erde bis in die letzten Winkel, hier: bis zu den Inseln.

Der Bund wird aufgerichtet und alle Völker finden zum Licht. Er bringt die

Befreiung aus allem Unrecht und aus aller Krankheit. An diesem Knecht

hat Gott sein Gefallen: Gott will unser Heil.

2. Lesung – Apg 10: Gott hat Jesus gesalbt mit dem Hl. Geist und mit Kraft.

Er tat Gutes und heilte alle, die in der Gewalt des Teufels waren.

Evangelium – Mk 1, 7-11: Johannes verkündet: nach mir kommt einer,

der stärker ist als ich. Ich bin nicht wert, seine Schuhe aufzuschnüren.

Er wird euch mit Hl. Geist taufen. Und Jesus kam und ließ sich taufen und

der Hl. Geist kam auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach:

Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Predigt:

Das Markusevangelium berichtet am kürzesten von der Taufe Jesu im Jordan.

Johannes bereitet das vor mit dem Hinweis, dass ein Größerer als er kommt: 

Man könnte sagen, der Große schlechthin. Und er wird nicht nur mit Wasser,

nein mit Hl. Geist taufen.

In Jesus wird diese Prophezeiung als erfüllt gedeutet: mit der Herabkunft des

Hl. Geist auf ihn.

Jesus ist auf Grund der angeführten Bibelstellen der angekündigte Stärkere,

in dem sich Gericht und Rettung in einem vollziehen, in dem sich die

Verheißungen des AT endgültig erfüllen.

Die Johannestaufe ist in diesem Zusammenhang nicht eines der vielen

Reinigungsbäder, wie sie in der Religionsgeschichte und auch in Qumran

vollzogen wurden, sondern die Vorbereitung auf das endgültige Heil.

Worum geht es in der Taufe im Wesentlichen? Taufe ist Auftakt zu einem

Leben, in dem man sich ganz der kommenden Gottesherrschaft unterstellt

und Gottes Willen vollkommen erfüllt, seine Gerechtigkeit tut. Darin sieht

Jesus den Auftrag des Vaters an ihn. Jesus ist also der, der sich in der

Taufe mit Gott und den Menschen solidarisch zeigt, denn dieser Wille

Gottes ist eben Gemeinschaft: mit- und füreinander.

Wichtig ist für mich auch noch der Schlusssatz des Evangeliums: Du bist

mein geliebter Sohn!, und wir können getrost anfügen: meine geliebte

Tochter. Es steht nicht da, wer diese Stimme ist, aber in der Anrede kann

es nur der Vater sein, der so spricht, nur der Vater kann sein Kind Sohn

nennen. Und es ist etwas vom Schönsten, wenn ein Vater seinen Sohn,

seine Tochter liebt, Gefallen an ihr/ihm findet. Nun ist das kein normaler

Vater, kein begrenzter Vater, sondern ein Vater, der durch und durch liebt

und erkennt und dessen Liebe eine absolute Liebe ist. Wir könnten das 

Wesen Gottes als innerste Einheit deuten: Das Wesentliche der Beziehung 

von Vater und Sohn und Geist ist Liebe, ist totale Hinordnung aufeinander.

Das gilt nicht nur für das Wesen Gottes, sondern auch für seine Schöpfung:

Hinordnung aufeinander, Liebe, aber zugleich freigeben in das je eigene:

keine einengende, egoistische, unterdrückende Liebe, das ist zwar eigentlich

keine Liebe, aber so erfahren wir oft die Liebe unserer Mitmenschen.

Nein es ist eine Liebe die freigibt zur je eigenen Fülle. Jesus lebt ganz aus

dieser Beziehung zum Vater. Das wird in den Evangelien immer wieder

deutlich, wenn er zum Beispiel sagt: Meine Speise ist es, den Willen des

Vaters zu tun; Oder: Ich und der Vater sind eins; Oder: Er hat mir alles

übergeben; Oder wenn er seine Liebe zu den Jüngern so ausdrückt:

Ich habe euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt:

sie sind ganz in die Gemeinschaft mit ihm, Christus, aufgenommen.

An dieser Stelle hat der Ausruf des Vaters über Jesus auch die Bedeutung

einer Bestätigung des Sohnes. Jesus nennt es selbst das Zeugnis des

Vaters für ihn.

Jesus stellt sich mit dieser Taufe in die Reihe der Sünder: es ist ja eine

Taufe zur Umkehr der Sünder, und tritt damit ganz an unsere Seite vor

den Vater: er tritt für uns ein, um uns in seine Beziehung zum Vater

mitzunehmen, zur Fülle des Lebens, wie er es nennt in Joh 10,10.

Das ist der innerste Kern seiner Sendung, seiner Botschaft und unseres

Auftrags. Und der Vater ist hocherfreut über diese Position seines Sohnes

bei den Sündern. Dass damit auch das Eintreten für diese Sünder bis in

den letzten Abgrund dabei ist, bis hin zu Golgota, ist eine andere

Geschichte, aber auch ein zentraler Teil dieser Liebe, einer Liebe,

die alles gibt, nichts vorenthält und der Welt den Frieden schenken

möchte, den sie so schwer finden kann. Amen.