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Pfarre Furth
1. Lesung – Sir 3, 2-14: Die Kinder sollen ihre Eltern ehren, das schenkt

Verzeihung der Sünden. Wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen,

der Schätze sammelt. Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den

eigenen Kindern und sein Gebet wird erhört werden. Wer den Vater achtet

wird lange leben und wer seiner Mutter Ehre erweist, erweist sie dem

Herrn. Wenn dein Vater alt wird, wenn sein Verstand abnimmt, nimm dich

seiner an, beschäme ihn nicht, deine Liebe zu ihm wird nicht vergessen,

ist Sühne für deine Sünden.

2. Lesung – Kol 3: Was ist für das christliche Miteinander wichtig:

aufrichtiges Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld. Vergebt einander.

Die Liebe ist das Band, dass alles zusammenhält und vollkommen macht.

In eurem Herzen herrsche der Friede Christi: dazu seid ihr berufen.

Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei

euch. Alles, was ihr tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn

dankt Gott dem Vater.

Evangelium – Lk 2, 22-40: Es ist das Evangelium von der Darstellung des

Herrn im Tempel, der Reinigung Marias, dem Auslösen der Erstgeburt,

eigentlich: Maria Lichtmess. Sie bringen Jesus in den Tempel, der greise

Simeon nimmt Jesus auf den Arm und lobt Gott mit den Worten: Nun lässt

du Herr deinen Knecht in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das

Heil gesehen. Ihm wird widersprochen werden, aber viele werden durch ihn

aufgerichtet. Dir selbst, Maria, aber wird ein Schwert durch die Seele

dringen. Auch die greise Hanna lobte Gott wegen diesem Kind und sprach

zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

Predigt:

Familie in der heutigen Zeit ist auf vielfache Weise angefochten.

Kann Mann und Frau so lange beisammen bleiben?

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften rufen lautstark: wir sind genauso

richtig und wichtig und wollen die gleichen Rechte.

Übrig bleibt dann meist eine Mutter mit den Kindern, manchmal auch

der Vater.

Alleinerziehende haben es schwerer, Kinder aufzuziehen, müssen sich

mehr vernetzen, haben es finanziell schwerer.

Früher war auch die Großfamilie im Hintergrund da. Heute fällt auch das

oft weg, weil die Kinder weit weg ziehen, beruflich oder von der

Partnerschaft her bedingt. Manchmal gehen auch die

Erziehungsvorstellungen zu weit auseinander. Es muss klar sein: das

Sagen haben die Eltern. Sie tragen auch die Verantwortung. Aber

deshalb ist nicht immer alles richtig, wie sie ihre Kinder behandeln.

Es ist einerseits leichter geworden. Man kann sich leichter trennen als

früher. Andererseits ist es aber auch Fordernder geworden, mit mehr

Unsicherheiten belastet.

Bei den Patchworkfamilien, wenn dann ein neuer Partner von Mutter oder

Vater dazukommt, kommt meist noch ein neues Problem dazu. Er/sie

gehört zur Familie und doch nicht wie in einer Ursprungsfamilie.

Ich würde sagen, es ist objektiv nicht leicht, trotz aller Belastungen

beisammen zu bleiben, auch wenn der Großteil auch der jungen Menschen

eine fixe Partnerschaft sucht und wünscht.

Beziehungen haben zu allen Zeiten ihre Herausforderungen. Da tut es gut,

wenn man die Beziehung pflegt, sich Zeit füreinander, für die Liebe nimmt,

immer wieder um den Segen Gottes bittet, einander segnet, sich möglichst

offen ausspricht – nicht nur, wenns gerade kracht, bewusst einander

verzeiht: in dem Wissen, jeder braucht das Verzeihen des andern.

Elisabeth Lukas empfiehlt, wenn es Probleme in Beziehungen gibt, nicht so

sehr die Aussprache im Sinn des einander alles an den Kopf werfen, was

nicht passt, sondern jeder soll für sich überlegen, was er tun kann, damit es

dem anderen etwas besser geht. Sie nennt das eine Vorleistung, ohne darauf

zu schielen, was bekomme ich dafür. Es ist gut, wenn man das einander

mitteilt und den anderen fragt, ob ihm das Recht ist. Er soll wissen, dass man

zu einem Beitrag für das gute Miteinander bereit ist. Und natürlich ist es gut,

wenn auch der andere einen Beitrag leistet. Manchmal genügen schon kleine

Veränderungen, um das Miteinander erträglicher zu machen.

Eine Frau meinte, früher hat sie ihren Mann immer mit anderen Männern

verglichen und hat nur seine negativen Seiten gesehen. Erst durch die Klagen

von Freundinnen, die allein die Kinder großziehen mussten, deren Beziehungen

gescheitert waren, lernte sie die guten Seiten ihres Mannes zu sehen: Und sie

konnte auf einmal dankbar für ihn sein. Ihre Beziehung hat sich seither sehr

gebessert. Hier spielt die Erwartungshaltung eine große Rolle, die uns

manchmal im Weg steht, das Gute, das da ist, wahrnehmen und schätzen zu

können. Niemand kann jemand gern haben, wenn er nur die schlechten

Seiten sieht. Undank entwertet, Dankbarkeit wertet auf, macht kostbar und

das brauchen wir für unsere Liebe. Deshalb ist es ganz wichtig, mit

Wertschätzung von- und übereinander zu sprechen.

Die Hl. Familie hat auch ihre Herausforderungen. Sie hatte es nicht leicht.

Eine ganz große Hilfe war sicher das Vertrauen in Gott, dass er sie durchträgt

durch alle Schwierigkeiten. Dieses Vertrauen hilft uns auch, einander immer

neu zu vertrauen. Vertrauen braucht Entscheidung und auch die Bereitschaft,

etwas auszuhalten. Ohne dem wird es nicht gehen. Auch in unseren

Beziehungen dürfen wir gewiss sein, auch da ist der Herr, der Herr mit uns,

alle Tage. Amen.