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Pfarre Furth

1. Lesung – Dtn 8: Mose blickt in seiner Ansprache zurück auf die großen

Taten Gottes an seinem Volk, wie er sie in der Wüste vor dem Verdursten

und dem Verhungern bewahrt hat – mit Wasser aus dem Felsen und

mit dem Manna, dem Brot des Himmels. Gott nährt uns heute mit seinem

Wort und einem anderen Manna, dem Brot der Eucharistie: Christus gibt

uns das himmlische Brot – sich - zur Stärkung für diesen irdischen Weg.

2. Lesung – 1 Kor 10: Der Kelch und das Brot ist Teilhabe an Christus und

Zeichen der Einheit.

Evangelium – Joh 6, 51-58: Es ist der Schluss der großen Eucharistierede Jesu

im Johannes Evangelium. Christus ist das lebendige Brot, das vom Himmel

gekommen ist. Jeder der es isst, wird in Ewigkeit leben. Er gibt uns

sein Fleisch. Ja Jesus betont das noch, verstärkt das, führt das ins Extrem:

wer sein Fleisch nicht isst, hat das Leben nicht, wird nicht auferweckt

am Jüngsten Tag. Durch das Essen bleiben wir in Gemeinschaft mit ihm.

Wer dieses Brot ist, wird leben in Ewigkeit.

Predigt:

Die Eucharistie ist zentral für unser katholisches Christsein:

Mitte und Höhepunkt des christlichen Lebens:

So hat es das Konzil in seiner Liturgiekonstitution formuliert.

Sie ist Unterpfand der Erlösung könnten wir sagen:

dass wir der Erlösung teilhaftig werden können..

Sie ist Zeichen der Einheit mit Christus – ja dieses Sakrament

ist diese Einheit. Insofern ist es der Höhepunkt des christlichen Lebens,

weil es nichts Größeres geben kann, als diese Einheit mit dem Herrn.

Sie ist aber auch Zeichen der Einheit miteinander: jeder der zur

Kommunion geht, empfängt den Herrn, in jedem ist Christus.

Christus ist aber einer: er ist nicht zerteilt. Deshalb ist auch die

Einheit untereinander so wichtig, gerade für dieses Sakrament.

Deshalb ist dieses Sakrament die Mitte des christlichen Lebens.

Es zeigt uns, worauf es ankommt und verwirklicht das.

Streng genommen dürften wir alle nicht zur Kommunion gehen,

weil so viele Schwestern und Brüder ausgeschlossen sind:

die Spaltung der Christenheit ist ein Skandal:

wir zerreißen Christus. Es gibt so etwas wie eine gegenseitige

Exkommunikation. Von Christus her ist das undenkbar.

Keiner kann Christus für sich pachten:

entweder alle miteinander oder keiner.

Dieser Skandal gilt aber nicht nur für die Kirchen,

das Verhältnis der Kirchen zueinander, sondern auch wenn

unter uns ein Streit ist, ist es genauso ein Skandal.

Ein Skandal unserer Engstirnigkeit, unserer Angst,

unserer Besserwisserei, unseres Eigendünkels.

Christus betete so um die Einheit bei seinem Abschied von den Jüngern.

Damit die Welt glaubt, damit die Einheit mit dem Vater voll erfahrbar wird.

Andererseits ist Streit menschlich. Soviele Köpfe, soviele Meinungen,

lautet ein Sprichwort. Jeder weiß es besser, noch dazu hinterher,

wie gerade in diesen Tagen so deutlich wird.

Zumindest entspricht das unserem modernen Lebensgefühl.

Andererseits wissen wir ganz genau, dass es ohne einem

Miteinander nicht geht. Da stehe ich sehr schnell allein da.

Und da kann ich 100x Recht haben. Es ist fürchterlich

im wahrsten Sinn des Wortes.

Jesus möchte aber keine Einerleiheit, sondern Einheit in Liebe

und gegenseitiger Wertschätzung. Jeder ist kostbar. Hat seine Würde:

einfach deswegen, weil er der Geliebte, die Geliebte Gottes ist.

Gott hat keine Stiefkinder, die weniger wert sind. Jeder hat seine Würde,

weil wir liebesfähige Wesen sind und auch einander lieben können.

Und wir finden nur in Beziehung unsere Erfüllung, unseren Frieden.

In dieser Welt allerdings immer durch das Kreuz hindurch.

Es gibt keine problemlose Beziehung. Leider. Weil eben keiner von uns

problemlos ist. Das soll uns barmherzig und geduldig miteinander machen

und uns helfen, dieses große Geheimnis der Eucharistie in der

Einheit zu leben. Seid gewiss, alles, was ihr dafür gebt, wird reichen

Segen bringen, zuerst für euch selbst.

Und ihr bleibt in Einheit mit dem Herrn. Habt Vertrauen. Amen.