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Pfarre Furth
Lesung – Apg 6, 1-7: In der Urkirche kam es zu einem Konflikt: die Judenchristen übervorteilten die Heidenchristen an den

Tischen. Die Apostel sehen, da gibt es ein Problem. Sie bestimmen 7 Diakone, die eine gerechte Verteilung gewährleisten

sollen. Sie wollen sich nicht vor der Arbeit drücken, aber sie wollen frei sein für die Verkündigung. Und die Gemeinde

wuchs, auch Priester nahmen den Glauben an Christus an


Lesung – 1 Petr 2, 4-9
: Kommt zu Christus. Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer


heiligen Priesterschaft, um durch Jesus die geistigen Opfer darzubringen, die Gott gefallen. Ihr seid ein auserwähltes


Geschlecht, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch in sein Licht gerufen hat.

Evangelium – Joh 14, 1-12: Es ist ein kleiner Abschnitt aus den Abschiedsreden Jesu beim Letzten Abendmahl: Jesus spricht

davon, dass er zum Vater geht, um uns im Haus des Vaters eine Wohnung zu bereiten. Dann wird er kommen, um uns zu sich

zu holen. Den Weg dorthin kennt ihr. Da fragt Philippus nach und bittet Jesus, ihnen den Vater zu zeigen. Darauf sagt Jesus die

Worte: ich bin im Vater, wer mich sieht, sieht den Vater. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum

Vater ausser durch mich. Wer an mich glaubt, wird die Werke vollbringen, die ich vollbringe und noch größere, denn ich gehe

zum Vater.

Predigt:

An den Ostersonntagen sind an den ersten drei Sonntagen Auferstehungsberichte zu hören. Dann kommt der Gute

Hirtensonntag. An den restlichen 3 Ostersonntagen folgen Stellen aus den Abschiedsreden Jesu, wie sie uns das Johannes

Evangelium überliefert hat: es sind letzte Anweisungen, Zusagen seiner Nähe, Aufträge, Verheißung des Hl. Geistes, Aufruf zur

Einheit.

 

Die heutige Bibelstelle ist sehr berührend: Wir sind von Gott geliebt. Diese Liebe Gottes schlägt sich materiell nieder, in einer

Wohnung, in eine Einladung, dort im Himmel bei Jesus zu sein: er selbst bereitet uns diese Wohnung. Und es klingt schon dieses

Motiv der Einheit Jesu mit dem Vater auf, in die wir hineingenommen sind. Es klingt durch: dass wir zum Vater kommen, denn

Jesus und der Vater sind eins. Der Vater ist alles, er ist das Größte. Bei ihm zu sein ist alles Glück und alles Heil.

 

Und es folgt die Selbstaussage Jesu: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Dieses Wort gehört auch zu den Ich-

Bin Worten im Johannesevangelium. In diesem Ich-Bin steckt der Gottesname, Jahwe: ich bin da, da bei euch, da für euch. Ich

bin der Seiende, der Ewige, der Herr. Ich bin der Weg besagt also: Jesus ist der Weg zum Heil: er ist der Weg, nicht irgendein

Weg, der entscheidende Weg schlechthin.

Ich bin die Wahrheit, könnten wir so übersetzen: Die Wahrheit, die rettet, die befreit, die ins Heil führt. Es ist die Wahrheit, auf

die alles ankommt. Diese Wahrheit ist nicht eine Theorie, sondern eine Person, eine Person, die alles für uns gegeben hat, auf

die wir uns verlassen können, eine Person, die Herr ist über Leben und Tod.

Ich bin das Leben, könnte heißen: Ich bin die Fülle des Lebens, das wahre Leben, das ihr eigentlich sucht, das euer Herz

ersehnt, das der Mensch braucht zum rund sein, zum glücklich sein, damit er im Frieden sein kann. Ich bin das Leben, der Quell

des Lebens. Wir Menschen könnend das Leben nicht machen, nur dankbar annehmen, solange es uns gegeben ist, wir können

nur versuchen, das Beste daraus zu machen, so gut wir können. Aber das Leben selbst bleibt ein Geheimnis.

Die Abschiedsreden sind eine letzte Ansage vor der Passion von der Größe des Herrn, von dem worauf es ankommt, was Gott

von uns möchte. So direkt ist Jesus sonst nicht. Aber da wird er ganz offen.

Zugang zu Jesus finden wir durch den Glauben. Der Glaube öffnet uns die Nähe des Herrn. Wenn wir glauben können, wollen

wir in seiner Nähe sein; durch den Glauben bekommen wir den Wunsch, ihm zu folgen. Der Glaube öffnet uns das Heil und

macht uns zu Heilsbringern für andere.

Wir Menschen glauben Vielen und Vieles: der Technik, der Politik, der Wirtschaft, den Kursen, dem Handy, anderen Menschen.

Nicht alles ist verlässlich. Die Besten halten vielleicht ein paar Jahre, vielleicht für dieses irdische Leben, wenn es ganz gut geht.

Aber dann? Dann bleibt nur der Herr selbst. Und vor allem alle irdischen Dinge sind gut für das Leben in dieser Welt. Aber sie

erfüllen nicht unser Herz. Dafür ist Jesus zuständig. Das ist auch meine persönliche Erfahrung. Ich kann nur sagen: Selig wer

Jesus für sich gefunden hat.

Und am Ende steht das Wort: wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe auch vollbringen und noch größere, denn

ich bin beim Vater. Wir könnten sagen: dort trete ich für euch ein und bewirke, dass sich euer Glaube erfüllt und bewährt. Welch

große Zusage macht der Herr seinen Jüngern, welch große Zusage macht uns der Herr, jedem von uns. Das soll uns nicht

hochmütig machen, sondern unseren Glauben stärken und uns sagen: du hast eine Verantwortung für dich und die Menschen,

die dir anvertraut sind: du bist wichtig! Und der Herr ist bei dir. Er lässt dich nicht allein, er steht dir bei. Er lässt deinen Weg

gelingen. Amen.