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Pfarre Furth
1. Lesung – Apg 2, 14-41: Es ist der Schlussteil der Pfingstpredigt des Petrus: seine Wirkung. Es trifft die Zuhörer mitten ins

Herz! Petrus fordert sie auf, sich taufen zu lassen, damit auch sie diese Gabe des Hl. Geistes empfangen können, die sie bei den

Aposteln bemerken. An diesem Tag ließen sich 3000 Menschen taufen. Es ist das erste Lebenszeichen der Kirche.

2. Lesung – 1 Petr 2, 20b-25: Leiden müssen nicht immer etwas mit Schuld zu tun haben, es kann auch eine Einladung zur

Nachfolge Jesu sein. So wie Jesus seine Sache dem gerechten Richter überlassen hat, so können auch wir ihm getrost
unsere

Sache überlassen. Und wir werden durch seine Erlösung das Heil erfahren, das Heil, das Gott uns schenkt.


Evangelium Joh 10, 1-10: Jesus ist der Gute Hirt. Nur wer durch die Tür in den Schafstall geht, ist der gute Hirt. Alle anderen

sind Diebe und Räuber. Die Schafe kennen seine Stimme und folgen ihm. Jesus ist auch die Tür zu den Schafen. Wer durch mich

hineingeht, wird gerettet werden und Weide finden. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Predigt

Der gute Hirt ist ein schönes Bild, auch wenn wir uns mit dem Bild des Schafes schwer tun. Wer will schon gern ein Schaf sein –

vor allem weil Schaf in unserem Kulturkreis die Bedeutung von blöd, einfältig hat? Es kann aber auch sein, dass jemand sich

nicht führen lassen will: er will selbstbestimmt leben. Eine schwere Versuchung in unserer selbstbestimmten Zeit.


Hinter diesem Bild steckt der Anspruch an jeden von uns, dass wir Verantwortung haben füreinander. Immer aber auch andere

Verantwortung für uns tragen. Wie zum Beispiel jetzt die Regierung mit den Maßnahmen. Ob immer alles gut und das Beste ist –

bei uns, bei anderen, wird sich alles weisen. Es kommt immer auch darauf an, was wir, was andere daraus machen, wie die

Kinder, wenn sie erwachsen sind, aus dem Vorbild der Eltern leben oder es verwerfen. Das kann bei manchen Vorbildern ja auch

gut sein, wenn es verworfen wird.


Das Bild vom guten Hirten steht ziemlich in der Mitte des Joh Ev. Es ist ähnlich wie das Bild vom barmherzigen Vater im Lk Ev. In

beiden kommt die unbedingte Liebe des Vaters, Jesu zu uns Menschen zum Ausdruck: er kennt uns persönlich, geht uns

entgegen, wartet auf die Rückkehr, geht uns nach – nach einem anderen Hirtenbild in den Evangelien. Und er führt uns auf die

gute Weide: er gibt uns das Leben, das wir nur bei ihm finden können, dieses Leben in Fülle.


Freilich gibt es auch die Versuchung, die Verwirrung, die Unsicherheit, die Angst. Deshalb ist es gut, wenn man einen

persönlichen Andockungspunkt hat, eine Stimme, einen Klang, eine Beziehung, eine Erfahrung, die einem in der Unsicherheit

dieser Welt Halt und Sicherheit gibt.


Ich habe gerade eine Animation von Seelöwen gelesen. Sie können die Stimme der Mutter, des Nachwuchses trotz großem Lärm

erkennen, endgültige Sicherheit gibt es am gegenseitigen Geruch. Nicht leicht, wenn hunderte Seelöwen um einen herum sind.

Aber es funktioniert.


Es gibt viele Stimmen, die uns wegziehen von der Kirche, von der Pfarre, von Menschen, vom Guten. Wenn wir einen guten

Kontakt zu Jesus haben, und diese Beziehung zu ihm immer wieder erneuern, dann erkennen wir ihn auch in verwirrenden

Situationen und können bei ihm bleiben. Wichtig ist, dass wir mit ihm vertraut sind, seine Nähe erfahren haben. Da sind Zeiten

der Stille, des Gebets ganz wichtig, dass diese Vertrautheit wachsen kann. Und natürlich ist es wichtig, dass wir diesen Frieden,

dieses Geschenk des Lebens von ihm erfahren haben, was sein Frieden bedeutet, was uns sein Leben schenkt. Oft ist das in

schwierigen Situationen, wenn wir auf Jesus, auf Gott schauen und einen tiefen Frieden erfahren, oder eine Gotteserfahrung im

Alltag, die das Herz erfüllt. Da kann uns niemand mehr ein X für ein U vormachen.


Ich gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben. Eine große Zusage, eine große Sicherheit. Natürlich gibt es

auch die anderen Worte von der Nachfolge und vom Kreuz. Aber ein Kreuz gibt es bei allen Lebensentwürfen zu tragen. Das

Kreuz, das uns Gott gibt, führt zum Leben, zu dieser Fülle. Für uns nicht leicht anzunehmen. Aber wir dürfen ja um Hilfe, um

gute Erkenntnis bitten. Möge es uns alles zum Segen werden. Das Gute und das weniger Gute unseres Lebens. Der gute Hirt ist

da, immer. Gerade in schweren Tagen ist er die Hilfe, dass wir den Frieden im Herzen möglichst rasch wieder finden. Amen.