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Pfarre Furth

1.Lesung – Amos 6, 1-7: Das 8. Jh. vor Chr. war im Nordreich Israel eine Zeit der Blüte, aber auch der Härte gegenüber den Mitmenschen. Deshalb ruft der Prophet: Weh den Sorglosen und Faulenzern in Samaria: ihr Fest ist vorbei. Die Reichen haben die Armen ausgebeutet bis aufs Letzte und schwelgen in ihren Erfolgen. Da kann Gott nicht zuschauen. Er bereitet dem Treiben ein Ende.

2. Lesung – 1 Tim 6, 11-16: Wie soll ein Mann Gottes, ein Priester, sein? Gerecht, fromm, treu, voll Liebe.

Evangelium – Lk 16,19-31: Das Gleichnis vom reichen Prasser und armen Lazarus.

Predigt:

Ein paar Verse vor dieser Stelle steht: Die Pharisäer hingen sehr am Geld und lachten über Jesus. Ihnen sagt Jesus: Gott kennt euer Herz. Was in den Augen der Menschen großartig ist, ist in den Augen Gottes ein Gräuel. Das heißt: es ist Gotteslästerung, Götzendienst. In der Bibel ist die Habsucht die Wurzel aller Übel.

Darauf folgt nun dieses Gleichnis vom armen Lazarus und vom reichen Prasser. Lazarus ist übrigens eine latinisierte Form von hebr. Eleasar. Das meint: der sein Heil, seine Gerechtigkeit von Gott erwartet. Und er erhält sie in dieser Beispielerzählung auch von Gott.

Es wird nicht gesagt, dass der Reich grob oder ungehörig gegenüber dem Armen gehandelt hätte. Er hat ihn immerhin vor seiner Tür liegen lassen. Er hat ihm aber auch nichts gegeben, nicht einmal die Abfälle von seinem Tisch hat er ihm zukommen lassen. Er hat ihn einfach übersehen. Könnte das nicht auch ein Anstoß für uns sein, wenn wir wissen, dass mit den Abfällen unserer reichen Welt die Armen dieser Welt ernährt werden könnten? Beeindruckend ist die Organisation: Marys Meals. Sie wurde im Jugoslawienkrieg von einem Schotten ins Leben gerufen, um humanitäre Hilfe zu geben. Daraus wurde nun eine Organisation, die über einer Million Schulkindern eine tägliche Mahlzeit zukommen lässt. Sas soll ein Beispiel dafür sein, was möglich ist, wenn man sein Herz öffnet.

Der Tod ist in der Erzählung der Augenblick, der alles an den Tag bringt.

Ich habe gerade in einem Youtube Video eine Passage gehört über einen Erfahrenen mit Nahtoderfahrungen: Jörgen Bruhn. Er meinte, dass die Betreffenden da klar erkennen, was gut war und was nicht. Das was gut war, spüren sie dadurch, dass es im Herzen des anderen Freude weckte. Diese Freude spüren sie dann als ihre Freude. Im anderen Fall spüren sie den Schmerz, die Wut des anderen als wäre es ihr Schmerz. Es wird als schmerzhafte, freudige Erkenntnis beschrieben, nicht als Strafe oder Lohn.

Das heißt also, dass wir außerhalb dieses Leibes ein anderes Empathievermögen, Einfühlungsvermögen, für unsere Mitmenschen haben. Das von uns ihnen Zugefügte erfahren wir innerlich und erkennen daran die Wirkung unseres Verhaltens und spüren seine Qualität.

Diese Erfahrung wird mit dem Tod etwas Endgültiges. Gott sorgt für Gerechtigkeit über die irdische Gerechtigkeit hinaus.

Jesus will die Reichen, die Pharisäer, die Selbstgerechten damit aufrütteln: Dein Handeln hat Konsequenzen für eine ganze Ewigkeit! Hör auf das Wort Gottes! Es führt zum Heil.

Gott ist es nicht egal, wie wir mit dem uns Anvertrauten umgehen. Wohlstand ist eine Verpflichtung für die Not dieser Welt den Beitrag zu leisten, der uns möglich ist. Gott will, dass alle ein menschenwürdiges Leben führen können, dass sie das Notwendigste zum Leben haben.

Wir könnten fragen: Ist Gott nicht parteiisch, mit dieser Option für die Armen? Nein, das würde ich nicht sagen. Denn das gilt ja auch für den Fall, dass ich in Not gerate, dann soll auch mir geholfen sein, dann möchte ich auch, dass mir geholfen wird. Gott möchte mit seiner Ordnung, seiner Art der Gerechtigkeit ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen in seiner Welt, in seiner Menschheitsfamilie. Er macht keine Unterschiede zwischen Religionen, Nationen: alle sind seine Kinder. Er hat keine Stiefkinder. Er will damit die Ungleichheiten unterlaufen, die wir machen, zum Wohl aller, letztlich für den Frieden in seiner Welt, für ein gutes Miteinander. Amen.