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Pfarre Furth
1. Lesung – Ex 32, 7-14: Es geht um das goldene Kalb: Israel hat sich ein Kalb aus Gold gegossen und betet es an, während Mose auf dem Sinai die Gebote empfängt. Gott will sein Volk dafür vernichten und mit Mose, dem Gerechten, ein neues Geschlecht beginnen. Mose gelingt es mit der Erinnerung an seine Zusagen, Gott umzustimmen, bzw. mit der Erinnerung daran, wie Gott dasteht, wenn er sein Volk aus Ägypten herausführt und es dann in der Wüste umbringt.

2.
Lesung – 1 Tim 1, 12-17: Paulus sieht in der Gnade seiner Bekehrung ein Bsp. für die Langmut und das Erbarmen Gottes für alle Menschen. Er, der die Kirche verfolgt hat, er sollte für alle Zeiten das Vorbild für alle Weiteren sein, derer sich Gott erbarmt: Die Botschaft des Ev lautet: Christus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten, dh. sie, uns alle, in die Fülle des Lebens zu führen.

Lk 15, 1-32: Das Gleichnis vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom verlorenen Sohn, oder vom barmherzigen Vater.

Predigt:

Das verlorene, entlaufene Schaf, die verlorene Drachme, der verlorene Sohn. Das Schöne, sie werden gefunden! Der Schäfer, die Frau, geht ihnen nach, suchen unermüdlich, der Vater kann nur warten, Ausschau halten, ob sein Sohn sich aufmacht.

Dem Sohn hilft nicht der Gedanke an die Liebe des Vaters, sondern, dass es dort dem letzten Diener noch besser gegangen ist als ihm, eigentlich nur ein materieller Gedanke, aber es geht immerhin ums Überleben. Das hilft ihm heimzugehen, den Vater um Vergebung zu bitten. Und erst dann lernt er den Vater wirklich kennen: oder besser könnte er den Vater kennen lernen. Vorher hat ihn das alles nicht interessiert. Er hat den Vater wohl verachtet, auf alle Fälle war diese Arbeit, dieses Leben nicht sein Ding, nicht das, was er sich unter Leben vorgestellt hat.

Aber sein Lebens-Konzept hat zu kurz gegriffen. Ihn hat nur interessiert, was er möchte im Leben, aber nicht ob sich das ausgeht, wie lange sich das ausgeht. Er hat sich wohl gedacht: Mir kann nichts passieren. Aber so war es nicht. Gott sei Dank ist es nicht lange gut gegangen. So hatte er die Chance ganz tief unten, im Dreck, zum Vater heimzugehen und seine Liebe zu erfahren. Hat er die Liebe des Vaters dann erkannt? Wir wissen es nicht. Es bleibt die Frage bei jedem, der umkehrt: findet er die Liebe, glaubt er der Liebe Gottes.

Wie können wir unseren Lieben unsere Liebe erklären, zeigen? Wir tun ihnen Gutes; freuen uns, wenn es ihnen gut geht, wenn sie etwas zusammenbringen; versuchen ihnen Freude zu bereiten. Aber ob sie deshalb uns unsere Liebe glauben, ist eine andere Frage? Einer, der nur sich sieht, kommt gar nicht auf die Idee, dass dahinter Liebe stecken könnte, er sieht nur, ob er bekommt, was er möchte. Der Blick für die Liebe des anderen kann oft wohl erst dann aufbrechen, wenn man selbst es nicht erwartet, so nicht handeln würde, überrumpelt wird von der Güte, der Barmherzigkeit des anderen. Aber kann der Sohn diese Liebe dann annehmen, sie zurückgeben? Das wird nicht erzählt. Es geht nur um den Vater, dass er nur Liebe ist, keine Vorwürfe macht.

Ähnlich ist es beim älteren Sohn, beim braven Sohn. Er hat seine Arbeit gemacht, mit dem Vater den Hof bewirtschaftet. Die Heimkehr des Bruders macht ihn eifersüchtig, neidisch auf den Bruder. Der bekommt, was ich erarbeitet habe. Er ist zornig auf den Vater. Sieht er die Liebe des Vaters, dessen Liebe zu ihm, zum Bruder? Ist ihm diese Liebe wichtiger als der Besitz? Da hat er wohl auch zu lernen. Der Brave hat es wohl schwerer, weil er sich im Recht wähnt. Der Verlorene ist im Unrecht, er weiß es, er kann nicht mit Gnade rechnen. Der Brave glaubt ein Recht zu haben, beginnt aufzurechnen, ist bockig. Der Vater will beide bei sich haben, liebt beide. Es geht ihm nicht um den Besitz, sondern um seine Söhne. Der Besitz steht wieder zwischen den Brüdern und zwischen den Söhnen und dem Vater, und wohl der Neid auf die Liebe, die Güte des Vaters. Der Schluss bleibt offen, wohl weil wir gefragt sind, wo wir stehen, wie ich mich entscheide: für die bedingungslose Liebe des Vaters, für den Besitz? Es ist die Lebensfrage von jedem. Amen.