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Pfarre Furth

1.Lesung – Weish 9: Wir Menschen verstehen kaum, was auf der Erde vor sich geht, geschweige denn, was im Himmel geschieht, außer Gott gibt uns seine Weisheit. Durch den hl. Geist aus der Höhe wurden die Pfade der Erdenbewohner gerade gemacht und die Menschen lernten, was Gott gefällt. Durch die Weisheit Gottes wurden wir gerettet.

2. Lesung – Philemon: Dieser ganz kurze aber köstliche Paulusbrief geht an die Wurzeln des Christseins. Es geht um die Sklaverei. Onesimus ist Sklave und seinem Herrn Philemon davongelaufen und hat sich zu Paulus geflüchtet. Paulus schickt den Sklaven nach einiger Zeit wieder zurück mit der Bitte um Verzeihen und gute Behandlung, Onesimus als Bruder in Christus aufzunehmen.

Evangelium – Lk 14, 25-33: Mein Jünger muss Vater und Mutter, Frau und Kinder, ja sein Leben gering achten. Keiner kann mein Jünger sein, der nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet. Das sollte man sich gut vorher überlegen, wie einer, der einen Turm bauen will, ob seine Mittel reichen, oder einen Krieg führen will, ob er stark genug ist.

Predigt:

Das Wort vom Kreuz ist nicht angenehm. Keiner mag von seiner Natur aus das Kreuz. Jedes Kind schreit, wenn es etwas drückt, zwickt, zu feucht ist, nicht passt. Wir Menschen wollen das nicht, machen es uns leichter, wenn es leichter geht. Auch dann machen wir es uns leichter, wenn wir wissen, dass es nicht wirklich gut tut. Man nennt das: Leben in der Komfortzone. Wir verlassen sie oft erst, wenn wir müssen, wenn es nicht mehr anders geht.

Auf den Besitz verzichten fällt uns Menschen nicht leicht. Besitz gibt Sicherheit, Heimat, ist Lebensgrundlage, gibt Ansehen, Besitz macht sexy – heißt es. Geben wir damit nicht unser Lebensglück aus der Hand? Setzen wir uns damit nicht dem Verderben aus? Irdisch gesprochen ja! Besitz kann aber auch versklaven, unfrei machen, fesseln, Lebenszeit und Möglichkeiten rauben. Laut Glücksforschung ist ein Besitz, der unserem Leben dient, unserem Glück förderlich, zu wenig kann Stress erzeugen und zu viel verschlingt viel Zeit, Nerven und Lebensfreude. Zu viel wird zur Belastung. Zu viel kann auch Streit, Neid, Eifersucht auslösen, oft auch Angst um den Besitz. Immer zerstört es Miteinander.

Es gibt Leute, die die Worte von Jesus ernst genommen haben und auf ihren Besitz verzichtet haben, wie die Wüstenväter und die ihnen folgenden Mönche. Heute schaut es da etwas anders aus bei den Mönchen. Aber ein Antonius der Große, der Wüstenvater und Mönchsvater, einer der ersten Mönche und wohl der bekannteste, hat bewusst den Besitz seiner verstorbenen Eltern verkauft und ging in die Einsamkeit, die Wüste, immer weiter in die Wüste. Er hat radikal ernst gemacht mit dem Wort von der Armut, der Antwort Jesu auf die Frage des reichen Jünglings: verkauf alles! Er hatte viel zum Aushalten gehabt. Keine Frage. Aber immer mehr Menschen sind zu ihm gekommen. Seine Strahlkraft wurde immer größer und auch seine innere Freiheit. Ist vielleicht doch etwas dran an der Armut, dass sie zur Seligkeit führt? Es ist gut, wenn man innerlich versucht, möglichst wenig am Besitz zu hängen. Es ist gut, wenn man sich innerlich zu lösen versucht vom Besitz, um innere Freiheit ringt.

Das Evangelium vom reichen Jüngling kann unserem heutigen Evangelium ein wenig die Schärfe nehmen: dort geht es um die Frage, was er tun muss, um das ewige Leben zu gewinnen. Die erste Antwort Jesu ist: Halte die Gebote! Und er zählt die Gebote der Nächstenliebe auf. Es ist also nicht alles falsch, wenn wir unseren Nächsten lieben. Aber für die Jüngerschaft ist mehr gefordert. Das gilt übrigens auch beim reichen Jüngling. Zu ihm sagt Jesus: Wenn du vollkommen sein willst, verkauf alles, gib es den Armen und folge mir nach.

Und das Wort vom Kreuz auf sich nehmen?: Kreuz als Inbegriff alles Schweren, das uns auf den Lebensweg gestellt ist und das wir nicht einfach loswerden können. Gemeint ist nicht das Kreuz, das wir beseitigen können, sondern das uns zugefallene Schwere.

Was passiert, wenn ich ausweiche, dann muss ein anderer dieses Kreuz tragen, oder wird es für ihn doppelt so schwer: wenn zum Beispiel ein Mann seine Frau verlässt, weil sie ein behindertes Kind haben und es ihm zu mühsam wird. Er kann das machen und sich von der Last befreien. Damit vergrößert er aber ihre Last, lässt sie ihm Stich. Und es beraubt ihn selbst der Erfahrung, die er genau durch diese Last machen kann. Zumindest Hut ab vor allen, die es schaffen, das Schwere in ihrem Leben zu tragen, die es auf sich nehmen können.

Klar ein Kreuz kann einem zu schwer werden. Dann will man flüchten, es loswerden, es anderen übertragen. Das ist alles verständlich. Aber ist es die Liebe, die Hingabe, die der Herr von uns erwartet, die die Welt braucht? Verpassen wir dann nicht gerade das Leben, das uns der Herr schenken möchte?

Immer ist es gut, wenn wir unsere Lasten dem Herrn übergeben, den Besitz, die Kreuze, das Schöne und Schwere: es ist gut, alles vor den Herrn zu bringen, ihn um seine Hilfe, seine Gnade, seine Freude zu bitten, trotz allem. Ihn bitten, alles möge uns näher zu ihm führen und auch zu den Mitmenschen, es möge unser Herz weiter und voller machen. Amen.