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Pfarre Furth
1. Lesung – Jes 66, 18-21: Es geht um die große Berufung und Erwählung aus allen Völkern zum Dienst am Haus des Herrn. Und alle werden die Herrlichkeit des Herrn schauen und sie werden gesendet an die Enden der Erde, um allen Völkern mein Heil zu verkünden. Auch aus den Söhnen Israels werde ich einige auswählen als Priester und Leviten. Und sie bringen ihre Opfer in reinen Gefäßen. Es ist eine Endzeitverheißung. Gott ist mitten unter den Menschen und die Menschen vereinen sich zu dem einen Gottesdienst.

2.
Lesung – Hebr 12, 5-13: Verachte nicht die Zucht des Herrn mein Sohn. Sie ist zwar nicht angenehm, ihre Frucht aber ist der Friede und die Gerechtigkeit. Deshalb fasst Mut, damit ihr Heilung findet.

Evangelium – Lk 13, 22-30: Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Da fragt einer: Sind es nur wenige, die gerettet werden? Jesus antwortet: Bemüht euch mit allen Kräften, denn die Tür ist eng. Viele werden es versuchen, aber der Herr wird sie abweisen: Ich kenne euch nicht. Weg von mir. Ihr habt alle Unrecht getan! Das wird bitter für viele sein. Dafür werden viele von der ganzen Erde berufen sein. Manche der Letzten werden dann die Ersten sein.

Predigt:

Ein sperriges Evangelium:

Mit aller Kraft bemüht euch. Viele werden es versuchen, hineinzukommen in das Reich Gottes, aber es wird ihnen nicht gelingen.

Weg von mir. Ihr habt alle Unrecht getan. Ich kenne euch nicht.

Von allen Seiten wird man kommen, die Propheten und viele Völker werden im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Viele aber, die es für sich gepachtet zu haben glaubten, werden nicht hineinkommen.

Hört sich so eine Frohbotschaft an? Ist das eine Drohbotschaft?

Man kann sagen: Es gibt ein Heil. Aber das gibt es nicht automatisch, wegen meiner Abstammung, wegen meiner Titel, Aufgaben und Jobs oder sonstiger Sonderrechte. Jedem steht das Heil offen. Aber es bedarf eines eigenen Bemühens um das Reich Gottes.

Es bedarf des ganzen Einsatzes, der Suche nach seiner Gerechtigkeit, das Schauen auf ihn, das Hören auf ihn. Es genügt nicht, die Hl. Schrift zu kennen. Es gilt sie auch zu leben. Das ist kein bequemer Weg, aber es gibt immer das Erbarmen Gottes. Darauf dürfen wir vertrauen.

Liebe bedarf einer Entscheidung, vor allem die Feindesliebe. Sie erfolgt nicht automatisch. Automatisch aus dem Inneren kommt Angst, Hass, Ablehnung, Rachegefühle udgl mehr.

Genauso ist es mit dem Frieden: Suche den Frieden und jage ihm nach, heißt es im Psalm 34, 15. Der Friede muss mir wichtiger sein als meine Bequemlichkeit, als mein Stolz: wie stehe ich da, wenn ich um Verzeihung bitte, einlenke usw. Das kann weh tun, ist aber nicht wirklich schlimm. Im Gegenteil: es bringt das Leben und den Frieden! Der Unfriede zerfrisst mein Herz auf Dauer.

Ebenso ist es mit der Gerechtigkeit. Es soll mir nicht um meine Gerechtigkeit, meinen Vorteil, die Kühlung meiner Bedürfnisse, Gefühle gehen, sondern um den Mitmenschen, um das, was dem guten Miteinander auf Zukunft hin dient, keine momentane Befriedung. Das bedarf einer gewissen Selbstlosigkeit. Das ist nicht nur heute schwer, in Zeiten des Individualismus und des eigenen Glücksentwurfs. Keine Sorge, das war zu allen Zeiten der Widerspruch zum normalen Denken. Nachfolge bedarf der Umkehr, der Umwendung von mir hin zum Du, zum Du, das der Hilfe bedarf, das der Zeit, der Zuwendung, der Geduld, der Vergebung bedarf, aber vielleicht auch des offenen Wortes, der Zurechtweisung und manchmal bin ich der einzige, der es dem/der anderen sagen kann. Das ist auch nicht angenehm. Und es bedarf nicht nur der Umwendung zum Nächsten hin, sondern auch der Umwendung zu Gott, der Ausrichtung auf ihn hin und zwar immer wieder.

Wie viel Einsatz für Liebe, Frieden, Gerechtigkeit habe ich vorzuweisen in meinem Leben. Es schadet nicht, sich einmal diese Frage zu stellen. Darf es auch weh tun? Bin ich bereit, etwas auf mich zu nehmen, mich zur Liebe durchzuringen, auch wenn es schwer ist? Es ist gut, seine eigene Endlichkeit wahrzunehmen. Dann kann ich damit zu Jesus gehen und ihn bitten: Herr ich glaube, hilf meinem Unglauben, meiner Nicht-Liebe, meiner Hoffnungslosigkeit. Verwandle alles Unheil in Heil, führe es in dein Heil. Dann bete ich aus ganzem Herzen für sein Reich in mir, in seiner Welt. Amen.