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Pfarre Furth
1. Lesung – Weish 18: Das Buch der Weisheit macht einen Rückblick auf den Auszug des Volkes Gottes aus Ägypten: Gott hat sie auf den Auszug vorbereitet, damit sie Sicherheit haben. Und er hat ihnen ein göttliches Gesetz gegeben: Die Heiligen sollen in gleicher Weise Güter und Gefahren teilen. Wir sollen uns als Menschheitsfamilie verstehen.

2.
Lesung – Hebr 11: Die berühmte Stelle über den Glauben, was Glaube bedeutet: Feststehen in dem, was man erhofft. Überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht. Anhand des Glaubens der Väter – besonders des Glaubens Abrahams - soll dieser Glaube in uns vertieft werden.

Evangelium – Lk 12, 32-48: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. Deshalb sammelt euch Schätze im Himmel, in dem ihr den Armen helft. Seid in eurem Herzen auf die Ankunft des Herrn bereit, der zu seiner Stunde kommt. Erfüllt eure Aufgaben zum Wohl der euch Anvertrauten, nicht zu deren Nachteil. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden.

Predigt:

Die wesentliche Zusage Jesu ist: Euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben!

Damit sagt uns Jesus, dass der Vater uns alles schenken möchte, sein Heil, die Teilnahme an seiner Herrlichkeit, jetzt schon in dieser Welt, Teilnahme an seinem Frieden und seiner Freude, und dann für eine Ewigkeit, die Gemeinschaft mit ihm in der Fülle des Heils. So könnten wir die Zusage Jesu mit mehr Inhalt füllen.

Jesus führt das dann noch weiter aus, in dem er seine Jünger auffordert, sich einen Schatz im Himmel zu sammeln, der nicht gestohlen werden kann und nicht verderben kann: indem wir den Armen helfen.

Wir sollen weiter auf die Ankunft des Herrn hin wachsam sein, denn er kommt zu seiner Stunde, wenn wir es nicht erwarten. Es ist, wie wenn er sagen würde, seid euch im Herzen meiner Gegenwart bewusst, seid wachsam und bereit für die Begegnung mit mir.

Und ein Drittes legt er uns ans Herz: Erfüllt eure Aufgaben zum Wohl der euch Anvertrauten und nicht für euren egoistischen Vorteil. Seid Diener eurer Gemeinden, eurer Schwestern und Brüder, aller Menschen.

Wir könnten sagen, so schaut die Konsequenz aus, wenn wir an das Reich Gottes glauben, dass Gott der Herr der Welt ist, dass es auf ihn ankommt.

Es ist uns das Reich Gottes zugesagt. Darauf sollen wir vertrauen.

Diese Zusage Jesu gilt noch immer, noch genauso wie damals vor 2000 Jahren.

Aber andererseits fragen sich auch gute Christen immer wieder: Wo ist Gott? Wie kann er da zuschauen? Warum muss ich das ertragen?

Wie ist das mit dem Reich Gottes und der Realität in dieser Welt? Ist er da, der Gott mit uns, wie er sich selbst nennt? Stimmt sein Wort: Betet und ihr werdet es erhalten? Alles, was zwei oder drei von euch erbitten, werdet ihr erhalten?!

Es gibt immer wieder Dinge in unserem Leben, die wir nur sehr schwer annehmen können, bei denen es für uns ums Eingemachte geht, wo wir uns sehr schnell verlassen fühlen und uns fragen: Gibt es Gott? Aber wohin sollen wir gehen? Welchen Trost könnten wir woanders finden?

Gott ist der Gott mit uns, aber auch immer der ganz Andere, der eigene Pläne hat. Dessen Wege nicht unsere Wege sind. Der sich nicht von uns in unseren Dienst nehmen lässt, den wir nicht zwingen können, oder kaufen können zu unserem Vorteil, für unsere Interessen, für das, was wir glauben, das gut wäre.

Dennoch ist es immer ein Heilsweg, auch wenn wir den jetzt noch nicht als solchen erkennen können, den Gott uns zumutet. Es ist uns nicht zugesagt, dass wir nicht sterben werden, dass uns kein Kreuz trifft: im Gegenteil. Das Kreuz ist uns zugesichert. Aber es ist uns auch zugesagt, dass uns kein Unheil letztlich etwas anhaben kann, uns aus der Gemeinschaft mit Gott herausreißen kann, uns das Heil, das letzte und endgültige Heil, nehmen kann.

In dieser Zusage vom Reich Gottes und zugleich der Spannung zur Frage: Gott, wo bist du, warum?, stehen wir in diesem Leben. Wir können Gott nur bitten:
Trage uns durch unsere schweren Stunden durch.
Verlass uns nicht!
Lass uns spüren, dass du da bist!
Stärke uns, wenn wir Schiffbruch erleiden, und rette uns, wie du den Petrus gerettet hast!
Lass uns nicht in Verzweiflung, Misstrauen und Angst untergehen!
Bewahre uns davor, uns in Gier und Herzlosigkeit zu verlieren!

Gott ist der Vater aber auch der ganz Andere, der Fremde, der andere Wege und Pläne hat, als wir Menschen. Er ist nicht abhängig von uns. Wir können ihn uns nicht gefügig machen, auch wenn wir noch sehr glauben: er muss. Aber dennoch dürfen wir wissen: er hat Wege des Heils, trotz allem, weit über das hinaus, was wir uns vorstellen können. Er kann uns alles zum Heil werden lassen, auch das, was wir nicht verstehen und annehmen können, noch nicht annehmen können.

Seid wachsam im Einsatz für das Gute, für die Mitmenschen, soweit es euch möglich ist. Bleibt fest im Vertrauen! Ihr werdet es nicht bereuen. Der Herr wird es uns vergelten. Amen.