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Pfarre Furth
1. Lesung - Gen 18, 1-10a: Ein Mensch lädt Gott zur Rast ein und bietet ihm zu essen an: es ist der Besuch der 3 Männer bei Abraham bei den Eichen von Mamre. Wir könnten sagen, es ist die älteste Bibel-Stelle einer Offenbarung der Dreifaltigkeit in der Bibel. Die Perikope schließt mit der Verheißung eines Sohnes: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Und das sagt der Besucher dem 100jährigen Abraham und der 90 jährigen Sara.

2.
Lesung – Kol 1, 24-28: Paulus schreibt: Ich ergänze durch meine Leiden, was an den Leiden Christi noch fehlt und verkündige das Wort Gottes in Fülle. Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit. Jeder soll in der Gemeinschaft mit Christus willkommen und vollkommen sein.

Evangelium – Lk 10, 38-42: Es ist die Begegnung Jesu mit Martha und Maria. Martha bedient Jesus als Gast und Maria sitzt zu seinen Füßen und hört ihm zu. Da beschwert sich Martha bei Jesus: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt?.. Da antwortet Jesus: Martha, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere erwählt. Das soll ihr nicht genommen werden.

Predigt:

Die beiden Frauen stehen stellvertretend für das kontemplative und das aktive Leben in der Welt:

..das kontemplative, beschauliche Leben, das versucht, durch Gebet und Betrachtung und Studium tiefer in die Geheimnisse Gottes, in seinen Willen einzudringen und in seiner Gegenwart, in der Gemeinschaft mit ihm zu leben..

..und das aktive Leben, das versucht aus dieser Welt einen Garten zu machen, in dem es sich leben lässt, die Not des Lebens zu mildern, den Mitmenschen in Not beizustehen, in Krankheit und in allen Nöten des Leibes und der Seele; allen zu einem menschenwürdigen irdischen Leben zu verhelfen und sich auch helfen zu lassen.

Die Kirche hat beide Frauen gleichwertig nebeneinander gestellt. Exemplarisch dafür ist die Regel des Hl. Benedikt, die auf die beiden Worte: ora et labora zusammengefasst wird: Bete und arbeite! Dazu setzen wir Benediktiner noch das „lege“: gemeint ist das Studium der Hl. Schrift und der Schriften der Heiligen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass wir ohne Verständnis und Wissen keinen guten Weg werden gehen können.

Jesus ist da aber ganz radikal. Nur das, was Maria tut, die zuhört, die ihm zu Füßen sitzt und sich in seine Worte vertieft, in das, was der Herr möchte, wie er sich unser menschliches Leben vorstellt, und uns zugedacht hat, die einfach nur bei ihm ist, nur sie bekommt eine zustimmende Antwort vom Herrn: Nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.

Ist das nicht übertrieben?

Wir müssen ja auch leben! Wir haben nun einmal eine irdische Not: wir brauchen täglich Essen und Trinken, dazu ist ein Haushalt gut, in dem alle für die Zubereitung von Nahrung wichtigen Dinge aufbewahrt sind, wo wir uns auch zurückziehen können, um den nötigen Schlaf und die Erholung zu finden, die wir brauchen, um für die Herausforderungen des Alltags gerüstet zu sein.

In der Tradition wurde das auch gesehen und in seiner Bedeutung gewürdigt.

2 Dinge möchte ich anmerken:

Hat sich Martha so für die Sache Jesu, die Sache Gottes interessiert, wie Martha? Wollte sie es wirklich wissen? Sie glaubte an Jesus, das zeigt sich bei der Totenerweckung des Lazarus, wo sie sagt: Ich glaube, dass du der Messias bist..ich glaube, dass du die Auferstehung und das Leben bist.

Aber dennoch bleibt die Frage: nimmt uns die irdische Bedürftigkeit nicht zu sehr in Anspruch? Wäre da nicht noch etwas Zeit für Gebet, für Vertiefung ins geistliche Leben? Für die Begegnung mit dem Herrn? Auch bei uns? Ist dieses irdische Leben alles für uns oder gibt es noch etwas Größeres?

Und das 2.: Gott lädt uns auch zu einem Mahl ein. Auch er macht Tischdienst, so könnten wir salopp sagen: bei jeder Eucharistie sind wir zum Tisch des Herrn geladen. Zum Mahl mit ihm, nicht mit irgendeiner Speise, sondern er ist selbst die Speise, die gereicht wird. Bei der großen Eucharistierede im JohEv sagt Jesus: Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die bleibt zum Ewigen Leben. Auch Gott geht es um Mahlgemeinschaft, zu der er alle einlädt. Da geht es um das ewige Leben, um die Gemeinschaft mit Gott selbst. Kommt und esst. Das ist die Hoffnung auf Herrlichkeit. So sagt Jesus im Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizäa in der Offenbarung (3,20): Ich stehe an der Tür und klopfe an. Wenn einer meine Stimme hört und mir öffnet, werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir. Amen.