Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Pfarre Furth

1. Lesung – Spr 8: Die Weisheit Gottes war von Urbeginn an bei den Werken Gottes dabei und sie liebt es, bei den Menschen zu sein. Die Weisheit wurde in der Tradition auf die 2. Göttliche Person gedeutet.


2. Lesung – Röm 5
: Wir haben Frieden mit Gott durch Christus. Und durch den Hl. Geist ist die Liebe Gottes ausgegossen in unsere Herzen.


Evangelium – Joh 16, 12-15
: Der Geist der Wahrheit wird euch in die ganze Wahrheit führen. Er wird verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen. Er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.


Predigt
:


Die erste Frage, wenn ich die Dreifaltigkeit erklären soll, ist immer: Ist das logisch? Nein ist es nicht.


Entweder es ist ein Gott in einer Person oder es sind drei Götter in drei Personen, aber ein Gott in drei Personen: Wie soll das gehen?


Wie kommen wir auf so eine verrückte Idee? Hat das ein 7xgescheiter Theologe, oder ein Priester erfunden? Nein! Wenn Jesus so von sich, vom Hl. Geist und vom Vater spricht – wie im Evangelium - und der strenge Eingottglaube des AT nicht aufgegeben werden kann – gemäß den Worten Jesu ändert er kein Jota an der Thora, dann muss es irgendwie so sein, auch wenn wir es uns nicht erklären können, wie das gehen soll.


Es ist ein herausforderndes Gottesbild, nicht nach unseren logischen Kategorien. Gut Gott ist der ganz Andere! Unfassbar! Er ist immer jenseits unserer Vorstellung und unserer leiblichen Erfahrungswelt. Es gibt eine Ausnahme: Jesus. Aber das heißt nicht, dass nicht auch er der ganz Andere ist und bleibt bei aller Bekanntheit.


Die philosophisch theologischen Erklärungsversuche sind ein Gestammel über etwas, was wir nicht wirklich kennen, nicht kennen können. Aber das Gestammel ist auch nicht unwichtig, weil es einen Unterschied macht, welches Gottesbild ich habe. Es hat direkte Auswirkungen auf unser Menschenbild.


Wir können auf alle Fälle sagen:

Gott ist kein statischer Block, der mit sich genug hat, sondern lebendige Gemeinschaft, Beziehung auf höchster Ebene. Das ist Vorbild und Urbild für die ganze Schöpfung, in der auch alles mit allem in Beziehung ist, zusammenhängt und ständig Neues hervorbringt in einem schöpferischen Akt, ob selbstermächtigt oder gelenkt, wissen wir letztlich nicht wirklich. Eine natürliche Erklärung sagt noch nicht, dass es quasi von selbst entsteht. Wenn die theologische Grundannahme richtig ist, dass wir ständig von Gott im Sein gehalten sind, dann gilt das auch für alles Geschehen in der Welt, im Kosmos. Aber das ist auch zentraler Grundgedanke der Theologie: alles ist vom Hauch der Freiheit durchweht. Freiheit als Freiraum: von Gott her gedacht zum Guten, dass letztlich Gutes wird.


Gott ist anders und er ist größer, in seinem Sein, in seinem Wirken, in seinem Wesen, in seiner Liebe, als wir uns vorstellen können.


Das Wichtigste ist für uns: dass er da ist, der Ich-bin-da, in Liebe da ist, wie ein Vater, wie ein barmherziger Vater, der ein Herz hat für die Guten und die Bösen und der eine Menschheitsfamilie möchte, soweit es unser Herz nur irgendwie zulassen kann.


Allerdings ist er auch ein Gott des Rechts und der Gerechtigkeit, der Rache und der Strafe. Das ist auf den 1. Blick nicht so angenehm, aber wichtig in mehrfacher Hinsicht: Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit wird zu einer Art Beliebigkeit, Gleichgültigkeit. Und Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit kann leicht in Grausamkeit ausarten. Und wenn die Rache eigentlich Sache Gottes ist, wie es im AT heißt, dann brauchen wir selbst uns nicht zu rächen. Dann können wir das ihm überlassen. Seine Rache ist nicht irgendwie, sie ist gerecht. Sie will nicht demütigen, sondern dem Recht zum Durchbruch verhelfen. Das gibt Klarheit, Orientierung und allem eine große Bedeutung: was wir tun oder lassen. Und es hindert uns an der Eskalation, es ist Friedensstiftend unter uns Menschen.


Und es gibt immer wieder Wunder dieser Liebe, Bekehrungen, Heilungen, Wegweisungen in den Wirrnissen dieser Zeit, Stärkungen aus Abhängigkeiten und Sklaverei zu einem selbstbestimmten, offenen und herzlichen Leben in Hingabe und Liebe. Das Gute ist möglich, jederzeit, bei jedem, in unabsehbarem Ausmaß. Ich bin überzeugt, nicht aus eigener Kraft, sondern weil er uns beisteht, das Gute fördert und unterstützt und allen Menschen ein Zeugnis geben möchte für das wahre Leben, für ein Leben, für das es sich auszahlt zu leben, für das Leben in Fülle - mit ihm. Amen.