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Pfarre Furth
1. Lesung – Apg 2: Pfingstereignis: der Hl. Geist kam in Gestalt von Feuerzungen auf die Apostel herab: Der Geist Gottes erfüllt sie, gibt ihnen Mut, für Christus einzutreten. Und er gibt ihnen die Sprachengabe: Der Geist Gottes wirkt die Einheit unter uns. Man könnte das die 2. Geistsendung nennen.

2.
Lesung – 1 Kor 12: An Jesus glauben, ihn als Sohn Gottes erkennen können, ist seine Gabe für die Herzen, die sich ihm öffnen und er ist der eine Geist mit seinen vielen Gaben, gegeben für den Aufbau der Gemeinde, für das je bessere Miteinander.

Evangelium – Joh 20, 19-23: Ostersonntag Abend: Jesus tritt in den Abendmahlsaal und begrüßt seine Jünger mit dem Friedensgruß. Er wiederholt den Friedensgruß und haucht sie an und spricht: Empfangt den Hl. Geist, wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Man könnte das ist die 1. Geistsendung nennen.

Predigt:

Johannes Cornides hat am Mittwoch einen Vortrag über das Pfingstfest gehalten. Es ging um seine Verwurzelung im Judentum. Da haben wir gehört, dass dieses Fest, das Wochenfest, vorgängig bei den Juden ein Erntedankfest war. Die Erstlingsgabe der Jahresernte sollte vor den Herrn gebracht werden. Damit war der Verzehr der neuen Ernte freigegeben. Da die Landwirtschaft aber immer mehr in den Hintergrund trat und der Tempel 70 nach Chr. zerstört wurde, trat dieses Erntedankfest in dieser Form in den Hintergrund, war so nicht mehr möglich.

Dieses Fest wurde in der Folge zu einem Fest des Bundesschlusses Gottes mit den Menschen: vor allem in Erinnerung an die großen Bundesschlüsse Gottes in der Bibel:

An den Bund mit Noah, dass die Erde nie mehr in der Form zerstört werde und dem Zeichen des Regenbogens als Zeichen für diesen Bund.

An den Bund mit Abraham, den Bund der Beschneidung und der Verheißung eines Gelobten Landes: du sollst ein Segen sein für alle Völker der Erde.

An den Bund mit Mose am Sinai und der Gabe der Thora (Thora als 5 Bücher Mose und als Worte Gottes am Sinai an sein Volk: bei uns 10 Gebote). Sie ist Gegenwart Gottes in seinem Volk. Sie ist das große Geschenk Gottes an die Welt.

Gott fragte gemäß dem Talmud auch andere Völker, ob sie die Thora haben möchten. Sie wollten wissen, was in der Thora steht: Ehescheidung soll es nicht geben: nein danke, wollen wir nicht. Mord soll es nicht geben: Nein danke. Raub soll nicht sein: Nein danke! Er bekam immer nur Absagen. Als er Israel fragte, wollten sie wissen, was sie kostet?: Er antwortete: Nichts. Israel darauf: Dann bitte 2x: einmal schriftlich und einmal die mündliche Überlieferung.

Dieser Bund geriet immer wieder in Vergessenheit, wurde erneuert, besonders nach dem 2. Exil unter Esra und Nehemia mit der neuen Errichtung des Tempels, der Verlesung des Gesetzes und dem Fest, das dann gefeiert wurde.

Dieser Bund wurde endgültig durch Jesus, durch sein Blut, erneuert: als der neue und ewige Bund.

Wir erneuern diesen Bund bei jeder Taufe, bei jedem Taufversprechen, bei jedem Glaubensbekenntnis, wenn wir das Weihwasser benützen, immer wenn wir vertrauensvoll beten, immer wenn wir etwas um Gottes willen tun. Da zeigt sich, dass Gott in unserem Leben zentral ist, dass wir auf ihn hin orientiert sind, wie Jesus auf den Willen des Vaters hin ausgerichtet war: Meine Speise ist es, den Willen des Vaters zu tun. Dieser Bund wird besonders erneuert, wenn wir um die Gabe Gottes, den Hl. Geist beten.

Er ist das Feuer Gottes, das verzehrt (das Opfer), das reinigt (Kohle vom Altar), das heiligt (die 3 Männer im Feuerofen): das Zeichen der Gegenwart Gottes am Sinai und beim Zug des Volkes durch die Wüste. Er ist das Feuer, das wir brauchen, das uns die Fülle des Lebens schenkt: mehr als im Herzen brennen kann man nicht.

Er ist der Sturm, der alles ausfegt, was untauglich ist für das wahre Leben, wenn wir es ihm übergeben.

Er ist aber auch der sanfte Wind, das Säuseln bei 1 Kön: Elijas: das verschwebende Schweigen der Gegenwart Gottes, wie die Übersetzung eigentlich lauten müsste.

Er ist der Geist der Einheit, der das Miteinander an die erste Stelle setzt.

Er ist der Geist des Friedens, der Zufriedenheit, der Dankbarkeit, des Blicks für das Kleine und Unscheinbare.

Er ist der Geist der Fülle, der keine Wünsche mehr offen lässt und die Liebe lehrt. Komm herab o hl. Geist, der die finstre Nacht zerreißt... Amen.