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Pfarre Furth
1. Lesung – Apg 7, 55-60: Die Vision des Stephanus vor seiner Steinigung: Er sieht den Menschensohn zur Rechten Gottes: das ist nach der Himmelfahrt Jesu sein Platz! Dort tritt er für uns beim Vater ein, ist er für uns da.

2.
Lesung – Offb 22, 12-20: Der Schluss der Offenbarung. Sie schließt mit dem Ruf: Komm Herr Jesus! Der wesentliche Ruf der Christen bis zum Ende der Tage: Komm Herr Jesus!, jetzt, wirke machtvoll in unserer Welt, in unserer Mitte, Komm Herr Jesus erlöse uns..

Evangelium – Joh 17, 20-26: Jesus betet für seine Jünger und alle, die ihnen folgen werden. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin.. Sie sollen vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Vater ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin..Die Liebe, mit der du mich geliebt hast, soll in ihnen sein und damit ich in ihnen bin.

Predigt:

Es ist immer wieder neu berührend, diese innigen Worte des Gebets Jesu am Schluss seiner Abschiedsreden im Johannesevangelium zu hören, zu lesen.

Jesus geht zum Vater, aber er hinterlässt uns die Gabe Gottes, den Hl. Geist, wie er in der Bergpredigt auch genannt wird. Er ist der Geist der Einheit, um den wir in diesen Tagen vor Pfingsten besonders beten. Er ist der Geist der Einheit zwischen Vater und Sohn und unter uns. Ja Jesus möchte, dass unsere Einheit, die Liebe zwischen uns so groß ist, wie die zwischen ihm und dem Vater.

Wenn wir diese Worte ernst nehmen, dann müssen wir sagen: unglaublich, was Jesus, was Gott uns da schenken möchte: wir sollen so lieben wie er liebt, so in der Einheit sein. Wenn die Liebe das Größte ist, wozu der Mensch fähig ist, dann muss man sagen, dass Gott uns nichts vorenthält, nicht nur nicht seine Liebe, nein wir sollen so lieben, wie er liebt. Das sprengt alles, was wir erwarten können.

Dieses Gebet um die Einheit ist das letzte Wort Jesu an seine Jünger. Darin kulminiert, gipfelt seine ganze Verkündigung. Es wird sichtbar, was sein zentrales Anliegen für uns ist: dass wir diese Liebe finden, wie sie in Gott ist. Diese Liebe wird uns einmal in Fülle und ungetrübt im Himmel erwarten. Aber schon jetzt sollen wir sie leben, können wir sie leben, weil er den Vater für uns darum bittet. Es sollen uns der ganze Friede und die ganze Freude, die in Gott ist, erfüllen in dem tiefen Vertrauen, das er in uns hineinlegen möchte, für das er für uns betet.

Überall ist in dieser Welt die Einheit gefährdet, nicht nur in unserer Regierung, im Parlament, nicht nur unter uns Christen. Manchmal hat man den Eindruck, dass sich die Menschen noch am leichtesten tun diese Einheit zu wahren, wenn sie ein gemeinsames Ziel, ein egoistisches, materialistisches Ziel verfolgen. Aber meist ist diese Einheit mit dem Erreichen des Ziels dann zu Ende.

Es muss uns klar sein: Ohne Einheit gibt es keine Liebe! Wir verletzen das wichtigste Gebot! Damit verletzen wir immer unsere selbst und unsere Mitmenschen. Wir schlagen wieder eine Kerbe in die Wunde des Misstrauens, das die Geschichte der Menschheit durchzieht.

Diese Liebe, dieses Miteinander ist das eigentlich Schwere für unser Herz: die Angst zu kurz zu kommen, die Angst, sich selbst zu verlieren, die Angst nicht geliebt zu sein, zu wenig Anerkennung zu haben usw. Es ist gut, diesen Ängsten ins Auge zu schauen, sich diese Ängste bewusst zu machen. Und dann ist es hilfreich, diese Angst dem Herrn zu übergeben. Er versteht uns, er kann uns befreien, frei machen, unseren Blick heben und unser Herz öffnen. Er kann uns helfen, die Angst loszulassen und das Leben zu finden.

Wenn uns Jesus in die Einheit mit dem Vater einlädt, uns diese innigste Gemeinschaft in Gott als Mitgemeinschaft anbietet, dann gibt er uns das Heilmittel, das Ziel, die Vollendung unseres Menschseins vor. Deshalb möchte ich heute mit dem Ruf, der am Ende der Hl. Schrift steht enden:

Komm Herr Jesus!